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Hisoka
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BeitragThema: Blue Sapphire Xeo (SF, Fantasy usw.) - 2/?   Mi 10 Sep - 23:31

   
Hey hier ein erneuter Versuch euch mit einer meiner Geschichten zu begeistern. Bei der hab ich mir im Vorfeld mehr überlegt, ist also nicht so ne spontane Sache wie Personal Dark Jesus, das ich aufgegeben habe, eben weil es nur das Produkt einer Laune war. Die vorliegende Geschichte ist joa... voller Charaktere mit einem psychischen Knacks, man könnte sie auch Emos nennen, sowas sollte euch also lieber nicht stören xD Schaut einfach mal ob sie euch gefällt..wenn ihr nach dem Kapitel ein großes Hä im Kopf habt, zögert nicht Fragen zu stellen Very Happy


Kapitel 1:

Seine Augen leuchteten in einem kristallklaren Saphirblau, die ihm ins Gesicht hängenden Haare erstrahlten in einem strahlenden Himmelblau. Die dünnen Lippen ein wenig nach oben gezogen, die Haltung ruhig und abwartend. Er zog an seiner schwarzen Kapuzenjacke, rückte das blaue Shirt zurecht und fuhr damit fort, einfach nur weiter das Mädchen unter ihm anzuschauen.
Ihr Gesichtsausdruck war mürrisch, sie zupfte an seinem Shirt herum und atmete entnervt ein und aus, er blinzelte.
Langsam streichelte er ihre Wange mit seiner rechten Hand und versuchte zu lächeln, doch es gelang ihm nicht, nach wie vor war sein Gesichtsausdruck vollkommen regungslos.
Nur langsam bemerkte er, wie ihre Hand seinen Halsrücken herab strich und, seinen Rücken entlang fahrend, sich immer tiefer senkte, sie grinste unauffällig. Nichts an alldem veränderte sein eigenes Verhalten, nach wie vor starrte er sie mit leeren Augen an.
„Ich bitte dich Taki...entspann dich endlich ein bisschen. Das ist doch nicht dein erstes Mal.“
Die Sicherheit mit der sie das sagte, riss Taki aus seiner Stasis. Seine Augen tasteten ihren Körper mit Blicken ab, der so eng an seinen geschmiegt war, vollkommen befreit von der Last des Alltags da draußen. Er atmete schneller als sich eine seltsame Wärme in ihm ausbreitete, eine Schweißperle glitt seinen Hals herab. Ihren Bewegungen folgend schob er seine Hand auf ihre Wange, beugte sich zu ihr herunter, verschmolz seine Lippen mit ihren und versank vollkommen in dem Moment.
Er bemerkte nicht, wie ihre Augen einen hinterhältigen Blick annahmen, als er fortfuhr, das Ganze auf eine höhere Ebene zu tragen, sie hatte ihn bereits vollkommen für sich gewonnen. Und nicht einmal, als es zu dem kam, was kommen musste, wurde ihm das bewusst.


Einige Stunden später schickte der junge Tag die ersten Sonnenstrahlen in das Schlafzimmer, einer davon beschien Takis linkes Auge, er blinzelte. Nur zögerlich bewegte er Arme, Beine, Hände und Füße, schob sich einige dichte Strähnen aus dem Gesicht und setzte sich in seinem Bett auf. Niemand lag neben ihm, das Bett in all seiner tiefen Leere, beherbergte nur ihn, mit all den wirren Gedanken in seinem Kopf. Beiläufig kratzte er sich am Kinn, setzte sich einige Sekunden auf die Bettkante und stand schließlich auf, zitterte ein wenig, als seine Füße den kalten Boden berührten.
Sein Blick nahm eine schneidende Schärfe an, als er sein Zimmer taxierte und über den Boden schlurfte. Unordnung, Chaos, Einsamkeit. Alles war beim alten. Sie war wieder weg, er würde sie anrufen müssen. Er knabberte an seinen Fingernägeln, ein schwacher, kaum sichtbarer blauer Schimmer glomm um seine Augen herum auf. Ohne dass es ihn kümmerte, löste sich die Lampe von der Decke, um dann mit einem lauten Klirren auf dem Zimmerboden zu zerbrechen, dünne blaue Blitze tanzten auf ihrer Oberfläche. Taki biss sich auf die Lippen, ging ein paar Schritte weiter und blieb kurz vor der Tür stehen, die aus seinem Zimmer heraus führte, mit seinen Augen den kleinen Fisch verfolgend, der in einem unscheinbaren Glas seine Bahnen zog.
Den Mund in scheinbarer Verwunderung leicht öffnend legte Taki seine Hände auf das Glas, sein Atem bildete einen dünnen Film darauf.
Er spürte das kühle Glas, das Wasser, einzig in Bewegung durch das winzige Tier, das sich in ihm bewegte, leichte Wellen erzeugend, die geringe Bedeutung des Lebens eines Fisches in sich tragend. Seine Finger drückten immer fester gegen das Glas, das Leuchten in seinen Augen unübersehbar. Ein stechendes, kühles Blau wanderte von seinen Augen in seine Hände, legte sich um das Glas, drang darin ein , verschmolz mit dem Fisch und verbrannte ihn binnen eines Wimpernschlags zu Asche.


„Bist du sicher, dass es nicht möglich ist? Wir könnten uns irren.“
„Schwer vorstellbar, die Berechnungen müssen korrekt sein. Ich liege niemals falsch.“
„Hm. Damit hast du nicht Unrecht.“
„Seufz...“
„Allerdings...ist der Schicksalsstrom nicht immer um korrektes Verhalten bemüht.“
„Dennoch, er ist es. Er muss es sein. Also kümmere dich darum, Maxim.“
„Nenn mich nicht so! Dieser Name ist out!“
„Ich nenne dich, wie es mir beliebt. Tu jetzt was ich sage, ansonsten...ist die Natur unserer Partnerschaft fraglich...“


Sin. Ein kurzer Name, das englische Wort für Sünde, nicht unbedingt das beste Vorzeichen für das Leben des armen Kindes, das ihn tragen muss. Der volle Name lautete zwar Sinyad, doch wer konnte damit schon etwas anfangen? Also hatte er ihn bereits sehr früh mit Sin abgekürzt, ganz gleich, was seine Religionslehrer davon auch halten mochten. Mit seinen ins Türkis gehenden Haaren, der Vorliebe für Kleidung in ausschließlich dieser Farbe und einer ungemein gewählten Ausdrucksweise, definierte er praktisch den Stereotyp des Sonderlings, wo auch immer er war. Das störte ihn allerdings nicht weiter, er liebte die Ruhe und Abgeschiedenheit von sozialen Verpflichtungen, die ihm diese Rolle bescherte. Niemand scherte sich um ihn, aber es fühlte sich auch niemand durch seine Anwesenheit gestört, genau das war es, was er wollte.
Auf einer kleinen Mauer sitzend, die den Ausgang des städtischen Parks markierte, betrachtete er die langsam aufgehende Sonne, die alle Wolken beiseite zu schieben schien, während sie sich ihren Weg an die Spitze bahnte. Jeden Morgen gelang ihr, wovon Menschen nur träumen konnten, die meisten jedenfalls.
Ein Rauchfaden verließ seinen Mund, ein weiterer seine Nase. Er schnippte die Zigarrette auf den Boden, stützte sich auf seine Hände und sprang von der Mauer auf die mit Gras bedeckte Erde.
Der missbilligende Blick einer alten Frau streifte ihn, er lächelte ihr zu, hob die Zigarrette auf und warf sie kurzerhand in ein kleines Blumenbeet. Noch ehe ihr Gesicht Empörung über diese Provokation ausdrücken konnte, wandte er sich von ihr ab und lief in aller Ruhe in den Park hinein.
Diese Aufregung der Menschen um ihn herum über so zahllose, vollkommen belanglose Dinge ohne jede Relevanz war ihm unbegreiflich. Wieso vergeudeten sie das ohnedies begrenzte Potential, das ihnen zur Verfügung stand derart?
Ein kleiner Lichtblitz weckte seine Aufmerksamkeit, unweit des Ententeiches. Die Hände in den Hosentaschen stapfte er schnellen Schrittes zu den zwei Hecken, die den Eingang zu diesem bildeten und einen kleinen Gang bildeten, der zum Ende hin immer enger wurde. Schließlich stand er vor dem ruhenden Gewässer, an dessen Ufer sich gerade ein Erpel mit seiner Nachkommenschaft sonnte. Nichts an diesem Ort schien fremdartig oder unbekannt und dennoch, irgendetwas stimmte nicht, störte seinen Sinn für Ordnung. Das der Ursprung seiner Unruhe einige tausend Meter unter ihm lag, ahnte er nicht


Taki starrte die Sonne an, ohne auch nur einmal zu blinzeln, er lächelte sanft. Er dachte daran, dass die meisten Jugendlichen seines Alters nun zur Schule gehen würden, doch ihm war nicht danach. Die Unruhe, die ihn am frühen Morgen erfasst hatte, wütete immer noch in seinem Kopf. Mia, seine beste Freundin, wollte einfach nicht aus seinen Gedanken verschwinden. Müde legte er den Kopf auf seine linke Hand und seufzte. Er wusste, es brauchte Zeit, bis er wieder in einem Zustand war, in dem er andere Menschen treffen konnte, ohne sie zu verstören. Das Haus in dem er lebte, genauer gesagt das Haus seines Vaters, lag bereits weit hinter ihm. Er breitete im Gehen die Arme aus, um den leichten Wind zu spüren, der ihn umspielte, das Lächeln kehrte auf sein Gesicht zurück. Allerdings nur, um augenblicklich wieder zu verschwinden, als ein unendlich grausamer Schmerz durch seinen Körper raste. Er schrie leise auf, sank auf die Knie, zitterte und schlug die Arme über dem Kopf zusammen, Speichel rann seine Mundwinkel herab und das allgegenwärtige, matt leuchtende Blau seiner Augen wuchs sich zu einem grellen Glühen aus, das sich auf seinem ganzen Gesicht ausbreitete. Taki rang nach Luft, bohrte seine Finger in die Erde und biss sich so fest auf die Lippen, dass sich ein dünnes Blutrinnsal bildete. Die unendliche Qual die er fühlte bohrte sich tief in seinen Körper, umklammerte sein Herz und presste jedes Quentchen Luft aus seiner Lunge, sein Keuchen geriet zum Krächzen. Langsam drehte er seinen Kopf und bemerkte, dass er unweit des Stadtparks war. Er richtete sich mühsam auf und machte einige Schritte auf das Eisentor zu, während das Blau sich langsam wieder in ihn zurückzog.



Zuletzt von Hisoka am Fr 19 Sep - 13:57 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
Devanthar
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BeitragThema: Re: Blue Sapphire Xeo (SF, Fantasy usw.) - 2/?   Do 11 Sep - 16:11

   
So mein Lieber, eigentlich gibt es nicht viel zu sagen, es ist alles top wie immer, aber ich versuch mich mal. Smile

Die Thematik an sich interessiert mich noch nicht. Es ist halt nicht mein Themengebiet, aber vielleicht ändert es sich während der Zeit.

Dein Schreibstil, sowie deine Schreibweise sind bei weitem die beste des Forums und das sag ich nicht, um dir zu schmeicheln, wie es viele andere tun.
Besonders finde ich auch wie du ins Detail gehst, du machst Nebensächlichkeiten fesselnd und lässt deine Geschichte so dreidimensional wirken.
Eine Eigenschaft, die ich von niemanden bis her gesehen habe.  
Wo manche Autoren, die meisten Kleinigkeiten überfliegen, gehst du Sorgfältig ins Detail, ohne das dein Plot an Spannung verliert.
Die Atmosphäre ist sensationell, so als wäre man selbst im Geschehen.
Da deine Geschichte nicht nur spannend geschrieben ist, sondern auch Überraschungseffekte liefert, ist die Freude fürs nächste Kapitel wirklich groß.

Manche Stellen sind etwas verwirrend und ich muss gestehen, das ich das Kapitel zweimal lesen musste, um den Übergang und den Handlungsaufbau zu verstehen. Bei manchen Szenen weiß man nicht genau, welcher Charakter gemeint ist und lässt so die Story konfus wirken.
Rechtschreibfehler und Flüchtigkeitsfehler hast du ziemlich wenige, die ich aber nicht aufzählen werde, da es vielleicht nach hinten los gehen könnte. Very Happy

Im allgemeinen: Fantastisch. Ich werde sie gewiss weiter verfolgen.



Zuletzt von Devanthar am Sa 13 Sep - 18:32 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
Eustass Captain Kid
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BeitragThema: Re: Blue Sapphire Xeo (SF, Fantasy usw.) - 2/?   Sa 13 Sep - 17:56

   
Kommen wir zu deinem neuesten Wagnis.
Was mir gleich zu Beginn auffiel: Anders als noch bei Personal Dark, schaffst du es deinen personalen Er/Sie Erzähler gekonnt mit dem Erzählerkommentar zu verknüpfen und einen bemerkenswert flüssigen Übergang zwischen Handlung und Dialog mit Hilfe des Erzählberichtes zu kreieren. Das können im Forum nur die wenigsten, Hut ab.
Taki gibt einen bizarren Charakter ab, der menschlich skizziert in eine Fantasywelt eingebettet wurde. Und Menschlichkeit ist für mich gleich Authentizität. Anhand der Tatsache, dass du seine Handlung nachvollziehbar darstellst, ist der Authentizitätsanspruch, welcher im Fantasy Segment eigentlich nicht existiert, für mich jedenfalls erfüllt. Durch Erzählbericht kommt während der Andeutung auf Coitus eine wohlportionierte Atmosphäre auf, die zusammen mit der Vertrautheit, die beide in ihrer Innigkeit aufleben lassen, unterhaltsam rüber. So was lese ich gerne. Also nicht den Coitus, sonder echtes Leben, das du verbal erschaffst.
Das einzige was deiner Geschichte fehlt ist etwas Fanservice, also ein Turm :p
Ne Spass, du solltest nebenbei auch dem Raum etwas mehr Beachtung schenken, da dieser bei dir tendenziell immer kürzer kommt. Zur Geschichte kann ich ja noch nicht viel sagen, aber joah ein gutes Fundament, auch wenn bei dir der Raum stets vernachlässigt wird. Deine bildhafte Sprache lässt so etwas wie Kopfkino als Selbstverständnis deklarieren. Zum Schluß würde ich noch mal gerne den Bewusstseinsstrom gegen Ende emporheben. Konfuse Gedanken, dennoch ausreischend um bereits im ersten Kapitel Taki mit Tiefe zu versehen. Noch etwas zum familiären Umfeld und einige neurotische Ticks und vielleicht identifiziere ich mich mit ihm.^^
Was soll der Lehrling den großartiges zu seinem Meister sagen? Du bist der einzige, den ich in diesem Bereich über mir sehe, du altbewährter xD
Versuch die Atmosphäre durch Umgebung anzudeuten, etwas mehr direkte Rede und Fanservice und am Ende des Tages kommst du ohne tatsächliche Kritik davon.

Vergiss den Turm nicht!

Mfg

Hisoka
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BeitragThema: Re: Blue Sapphire Xeo (SF, Fantasy usw.) - 2/?   Fr 19 Sep - 13:57

   
So da sich ja bereits gewaltige zwei !!! Rezensenten gefunden haben, wird es wohl Zeit für Kapitel 2 , das hoffentlich ein paar Leser mehr findet...es ist etwas kürzer..und der Übersicht halber habe ich mir Devanthars Kritik zu Herzen genommen und Ortswechseln in kursiver Schrift angekündigt.

Kapitel 2:


Unbekannter Ort


Wer soll mich schon richten? Ich bin unangreifbar, verberge mich unter euch, während ihr eurem Alltag nachgeht. Ich weiß, dass ihr mich niemals finden werdet, es sei denn ich will es. Und dann, wird es bereits zu spät sein. Denn ich hasse euch alle bis in die tiefsten Abgründe meiner Seele hinein. Ich will euch quälen, foltern, umbringen und das am Liebsten immer wieder. Die Zeit ist noch nicht reif....ich muss warten. Aber seid versichert, ich habe ein Auge auf euch und ihr werdet noch um meine Existenz wissen...wenn ich den richtigen Zeitpunkt dafür gefunden habe. Aber das wird euch nicht gefallen.
Ja...ich sitze gerade auf meinem Bett, höre Musik und starre aus dem Fenster, wo gerade langsam die Sonne untergeht, grinse und stelle mir vor, wie ich dem ersten von euch die Kehle aufschneide...




Im Stadtpark, die Dunkelheit ist eingebrochen


Taki verstand nicht, was mit ihm geschehen war. Unfähig sich zu bewegen, lag er auf dem Rasen, flankiert von zwei großen Bäumen und beobachtete den Nachthimmel. Selbst jetzt, Stunden nach dem Ereignis, schmerzte sein Kopf. Er hatte das Gefühl, als würde irgendjemand mit einem Hammer einen Nagel durch seinen Kopf treiben und jeden einzelnen Nerv in seinen Armen mit Skalpellen zerschneiden. Er keuchte leise, eine Träne stahl sich aus seinem linken Auge und verlief auf seinen Lippen. Schniefend rammte er seine linke Hand in die Erde und stand, sich auf sie stützend, langsam auf. Jeder einzelne seiner Muskeln schrie vor Qual, als er begann, zu laufen. Nur wenige Meter waren ihm vergönnt, ehe er kraftlos auf seine Knie sackte und nur seine auf die Erde gestützten Arme ihn davon abhielten, mit dem Gesicht im Dreck zu landen. Taki blinzelte und stellte fest, dass er sich genau in der Ahornbaum Allee befand, die in den Park hinein und auch wieder aus ihm heraus führte.
Was hatte ihn nur hierher geführt, nachdem er den Anfall erlitten hatte? Wie ein Zug von einer unsichtbaren Hand hatte es sich angefühlt, mit dem Verstand kaum zu begreifen und vollkommen unreal.
Er hustete, zwang sich auf die Beine und endlich gelang es ihm, wenn auch eher unsicher, aus dem Park hinaus zu laufen.
Wie nicht anders zu erwarten um Zwei Uhr nachts, war die Stadt in vollkommene Dunkelheit getaucht. Er befand sich weitab vom immer beleuchteten Zentrum, mit seinen zahllosen grell strahlenden Schaufenstern. Hier gab es nichts, als ein paar Häuser, die Reihe an Reihe durch beeindruckende Gleichartigkeit glänzten.
Takis Pupillen sausten hin und her, er war nicht in der Lage seinen Blick auf irgendetwas zu konzentrieren. Irritiert wischte er Speichel von seinem Kinn und blieb mitten auf einer Kreuzung stehen, die von vier recht altmodischen Laternen eingerahmt war. Sie bildeten zusammen einen feinen Lichtkegel, in dem er sich nun befand. Es herrschte absolute Stille und außer dem Licht der Lampen fehlte auch jede Art von Beleuchtung. Ohne dass er es bemerkte wanderten seine Hände zu seinem Kopf, er schloss die Augen. Dann kehrte das Blau zurück. Wie zuckende, aufgeladene Tränen flossen Ströme von blauen Blitzen aus seinen geschlossenen Augen heraus, verschmolzen mit seinen Arterien um letztlich wieder aus seinen Händen und Füßen auszutreten. Mit einem Mal schwollen die feinen Linien zu gewaltigen Strömen an, rasten auf die vier Lampen zu, umhüllten sie und als sie wieder von ihnen abließen, war die Kreuzung in Finsternis versunken. Die gewonnene Energie dagegen strömte in Taki zurück, der mit einem Mal die Augen öffnete, die in einem enorm hellen Blau glühten. Er lächelte und seufzte, fühlte sich stimuliert, beinahe schon erregt. Nur langsam ermattete das Leuchten wieder, doch Takis Körper war wiederhergestellt, die Kraftlosigkeit Geschichte.
Die Wärme kehrte in seinen Blick zurück. Zufrieden machte er sich auf den Weg nach Hause, als sein Handy klingelte.
„Hey, hier ist Taki. Wer..“
Als der Anrufer seine Stimme erhob zog sich die zuvor vorherrschende Zufriedenheit blitzartig wieder in ihn zurück.
„Halloo...hier ist Mia“


10 000 Meter unter der Erde, an einem unbekannten Ort


Kristalle. Nichts als Kristalle befand sich hier in dieser Höhle. Alle von einem strahlenden Blau und taghell erleuchtet, an einem Ort der sich viele Kilometer außerhalb der Reichweite des Sonnenlichts befand. Das hier war das Reich von Kräften, die zu begreifen kein Mensch in der Lage gewesen wäre. Immer wieder rasten Energie Blitze von Kristall zu Kristall und verliehen dem Ort eine merkwürdige Hektik und Gefahr.
Doch über all dem lag etwas, eine schwelende Dunkelheit, für Menschen und ihresgleichen unbegreiflich.
Immer wieder, in unregelmäßigen Abständen, drang ein wirres Kichern durch diese so strahlend blaue Halle, es schien kindlich und aufgekratzt.
Wahrlich, es war ein mysteriöser Ort, für Menschen unzugänglich. Und er barg viele Geheimnisse....




In einem Haus im Stadtzentrum


„Es macht mir wirklich nichts aus Mutter. Es gefällt mir, das Haus mal für mich zu haben.“
„Ach Sin, das glaube ich dir, aber es tut mir trotzdem leid..jetzt musste ich unseren Aufenthalt schon dreimal verlängern, das ist ärgerlich..“
„Ich bin alt genug. Lasst euch Zeit und kommt zurück, wenn ihr erledigt habt was es zu erledigen gibt.“
Die Frau auf Sins Computer Bildschirm lächelte unsicher und nickte.
„Gut..gut wenn du das sagst, wenn du dir so sicher bist..ich bin froh darüber Schatz, wirklich. Wenn du willst können wir..“
„Ich muss los, ciao.“
Mit einem Klick beendete er den Skype Anruf, schob seinen Stuhl zurück und stapfte, die Hände in den Hosentaschen, zum Kühlschrank. Die Küche war groß, gut ausgeleuchtet und hatte ein etwas kühles, klinisch-reines, modernes Design, vollständig in weiß gehalten, ebenso wie der schmale Tisch, auf dem er seinen Laptop platziert hatte. Der Kühlschrank fügte sich perfekt in die sterile Atmosphäre ein. Er öffnete ihn, und überflog den Bestand. Ohne weiter nachzudenken griff er nach einem Energy Drink der Marke Crystal Blue, stellte ihn auf den Tisch, nahm sich noch eine Packung Wurst raus und knallte die Kühlschranktür wieder zu.
Er beachtete die Sorte nicht weiter und stopfte sich die Wurstscheiben gelangweilt in den Mund, während er den Dosenverschluss aufdrückte und nach hinten bog. Als die eisgekühlte Flüssigkeit seinen Hals herunter rann, fühlte er sich ein wenig besser. Mit jedem Schluck der Mixtur aus Zucker, Taurin, Guarana und Koffein, fiel die Schwere und Last dieses viel zu langen Tages von ihm herab. Ein kurzer Blick auf die Uhr an der Wand informierte ihn darüber, dass bereits seit zwei Stunden ein neuer Tag angebrochen war.

„Hooray. Cheers."

Devanthar
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BeitragThema: Re: Blue Sapphire Xeo (SF, Fantasy usw.) - 2/?   Di 30 Sep - 15:40

   
So ich fand das Kapitel sehr gut, es war übersichtlich und überschaubar, was so zu keinen Missverständnissen mehr aufkommt. Schön, das du mein Ratschlag angenommen hast.
Die Handlung fesselt mich und zieht mich immer mehr in die Geschichte hinein. Die Atmosphäre die zuvor schon ein Augenschmaus war, lässt nicht nach und lässt den Leser Teil daran werden.
Manche Handlungsstränge sind mir noch unbegreiflich, aber es liegt daran, das ich etwas dumm bin und die Geschichte sich noch in der Entwicklungsphase befindet.
Taki der Protagonist dieser Geschichte macht einen sehr speziellen Eindruck, und das gewisse Blau was die Geschichte prägt, lässt mich rätseln und vor allen Dingen darauf warten, was es eigentlich auf sich hat. Mia seine Freundin wird ihm wohl Kraft und Liebe spenden, um ihn durch diese gewisse Phase durchzuhelfen. Die Rolle von Sin ist mir auch noch unklar, aber das ist ja nicht schlimm, es ist ja erst der Beginn einer grandiosen Geschichte.
Manche Stellen sind mir noch unsicher, aber die werde ich nochmal lesen ( Kapitel 1).
Da du ja das zweite Kapitel überschaubar per Überschriften und Ortsangaben markiert hast, wäre es wünschenswert, wenn du es beim ersten Kapitel ebenfalls nochmal deutlich machen könntest.
An sich ja es ist spannend und ansonsten: Top.

Ich werde deine Geschichte mit großer Begeisterung weiter lesen.

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BeitragThema: Re: Blue Sapphire Xeo (SF, Fantasy usw.) - 2/?   Mo 6 Okt - 10:48

   
Auf Handlungsebene sehr zäh und schleppend, aber die Energiegewinnung Takis sehr bildlich und illustrativ skizziert, fand ich schön. Das mit dem Antagonisten war eigentlich unnötig,  dem hättest du am Besten ein ganzes Kapitel
gewidmet,  wo du dem Leser ein, zwei Alltagsszenen mit ihm darstellst.  Generell würde ich dir raten, die Ortswechsel auszulassen, jedem Charakter sein eigenes Kapitel zu geben, um ihm mehr Tiefe zu verleihen. 
Sin hat mich jetzt aich etwas verwirrt. War das ein Freund oder Gegenspieler? 
Ansonsten kann ich nichts weiter beurteilen,  aber ich bleibe natürlich dran.



 

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