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OneBrunou
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BeitragThema: Spielerezensionen   Di 14 Okt - 15:59

   
Da ich dieses Thema hier bisher noch nicht finden konnte bin ich mal so frei und erstelle es mal. Falls es so einen Thread doch schon gibt, und ich ihn nur überlesen habe, dann kann das Ganze gerne entsprechend vorschoben werden.

Hier kann jeder eine Spielerezension zu einem Game abgeben, das er gerade spielt, schon gespielt hat o.Ä., zu dem er oder sie gerne ein Review abgeben möchte. Demnach kann man auch entsprechende Empfehlungen aussprechen, oder auch von manchem Spiel abraten. Aber gut, dann mach ich mal den Anfang mit "Shadow of Mordor"!


Vorwort:
Ich bin zwar bei Weitem kein großer Fan der Herr der Ringe, oder auch der Hobbit, Filme, obwohl ich bisher jeden davon gesehen habe und auch um den letzten Hobbit in diesem Jahr nicht umher kommen werde, doch irgendwie hatte dieses Spiel von Anfang an einen gewissen Reiz für mich. Mittelerde ist definitiv eine gelungene Fantasy-Welt, das steht außer Frage. Die Gameplay-Videos sahen ganz interessant aus und machten den Eindruck eines „Assassins Creed“ in Mittelerde. Nach gut 10 Stunden kann ich an dieser Stelle auch direkt mal festhalten, dass sich dieser Eindruck bestätigt hat. Ob im positiven oder eher im negativen Sinne, dazu später mehr …

Story:
Die Handlung ist zeitlich zwischen der Hobbit und der Herr der Ringe Trilogie anzusiedeln. Dabei geht es um einen Waldläufer namens Talion, der bei dem Versuch das schwarze Tor Mordors vor Sauron und dessen Streitkräften zu verteidigen scheitert, zusehen muss wie sein Sohn und seine Frau vor seinen Augen getötet werden, ehe er schließlich selbst das Leben verliert. Doch ist sein Tod nur von kurzer Dauer. Kurz darauf wird Talion von einem mysteriösen Rachegeist wiederbelebt, mit dem er sich gemeinsam das Ziel setzt die schwarze Hand zu bekämpfen.
Viel mehr will und kann ich an dieser Stelle auch noch gar nicht sagen, da ich die Story als solche noch nicht intensiv genug gespielt habe. Einfach, weil ich mit anderen Aspekten des Spiels beschäftigt war, die mich viel mehr interessiert haben. Herr der Ringe Fans werden mit der Handlung vermutlich mehr anzufangen wissen, als ich das tue ^^

Optik:
Eins vorweg, es ist kein Uncharted oder The Last of Us, das man uns hier präsentiert. Die Grafik ist gut, gar keine Frage, aber eben auch bei Weitem kein Meilenstein. Die Gesichtsanimationen sehen ganz schick aus, besonders die der Antagonisten und die von Talion. Ebenso wie die Kleidungen der Charaktere allesamt sehr gut aussehen. Besonders hervorheben möchte ich allerdings noch die Designs der Antagonisten … Nicht nur, dass sich deren Outfit mit jedem steigenden Rang wieder verändert, auch sieht jeder, vom Gesicht her, anders aus als der vorherige. Ich für meinen Teil habe schon unzählige Hauptmänner abgeschlachtet, treffe jedoch immer wieder auf neue Gesichter. So was fasziniert mich einfach, wenn man nicht immer dieselben Gesichter sehen muss, nur in leicht abgewandelter Form. Hier merkt man richtig wie viele Mühe sich die Entwickler bei der Inszenierung gegeben haben. Zumindest in dieser Kategorie.
Die Umgebung selbst ist an sich recht detailliert designt worden, ist aber auch, das muss man dazu einfach auch sagen, nicht sonderlich abwechslungsreich. Die Weitsicht ist allerdings ganz nett – Von einem Turm aus auf ein Fundament blicken zu können, das weit in der Ferne erbaut wird, hat einfach was.
Insgesamt ist die Optik also durchaus gelungen, doch definitiv kein Meilenstein. Ebenso kommt ihr zu Gute, dass es nicht so unglaublich viel zu designen gab, da die Umgebung als solche einfach relativ flach ist und wenig Abwechslung zu bieten hat.

Steuerung:
Puh, dem stehe ich doch recht zwiespältig gegenüber. Es macht irrsinnig viel Spaß sich durch die Massen an Gegner zu schnetzeln, gar keine Frage. Doch was mich an der Steuerung einfach immens stört ist, dass es eine 1:1 Kopie der Batman Spiele (Arkham Asylum, City & Origins) ist. Und damit meine ich wirklich 1:1. Es gibt eine Taste zum Angreifen, eine zum Kontern und eine zum Ausweichen. Dabei kommen die Gegner von allen Seiten auf einen zu, wodurch eben ein kleines Gemetzel entsteht, in dem man sich behaupten muss. Man spielt quasi Batman, nur in Mittelerde, mit einem anderen Setting. Das kann man finden wie man will …
Hinzu kommen noch die nicht zu übersehenden Anlehnungen an die Assassin’s Creed Reihe. Mal von den Kletterpassagen abgesehen, die hier jedoch weit flüssiger laufen, als in den bisherigen AC Spielen, kann man auch hier auf Türme klettern und so die Gebiete freischalten, mittels der Schleichfunktion die Bewegungen der Gegner beobachten, Ziele entsprechend markieren, vom Abhang oder Vorsprung Attentate ausführen und ebenso leise Tötungen durchführen. Die Anlehnungen an die Steuerung der AC Reihe sind unverkennbar. Ebenso wie die zur Batman-Reihe. Letzteres verwundert jedoch nur bedingt, da beide Spiele, „Shadow of Mordor“ und die „Arkham-Reihe“, vom Publisher Warner Bros. veröffentlicht wurde, welche da also ggf. ihre Finger mit im Spiel gehabt haben könnten. Never change a winning team … Oder so ähnlich. Dachten sich wohl, was bei den Arkham-Spielen schon gut angekommen ist sollte auch hier glücken. Das tut es auch, mehr oder minder. Es macht durchaus Spaß, ist mir jedoch zu stark abgekupfert. Sowohl von der Arkham, als auch der AC-Reihe.

Gameplay:
Das Gameplay als solches finde ich im Gesamtpaket jedoch recht interessant. Abgesehen von den Action-Passagen bietet das Spiel auch eigene Rollenspiel-Elemente, durch welche man in der Lage ist seinen Charakter aufzurüsten, z.B. mit ner größeren Gesundheitsleiste oder neuen Fähigkeiten, sowie man damit auch seine Waffen weiter verstärken kann, durch das Platzieren von Runen. Man merkt auch, dass diese Erweiterungen durchaus sinnvoll sind, da man irgendwann auf einen Gegner trifft, den man mit seinen Standart-Fähigkeiten einfach nicht mehr gewachsen ist. Die Rollenspiel-Elemente erfüllen daher durchaus ihren Zweck.
Was aber besonders interessant an dem Gameplay ist, ist das Konzept der Antagonisten. Dabei handelt es sich um eine dargestellte Hierarchie, die es gilt auseinander zu nehmen. Hier läuft es in etwa so ab, dass es drei verschiedene Ränge gibt, die die Antagonisten erklimmen können. Drei Stufen, die sie erreichen können. Dabei gewinnen sie nicht nur an Macht (=Reputation), in dem sie den Spieler töten, sondern vor allem auch aus Machtkämpfen untereinander. Auch solche stehen an der Tagesordnung, in welche man sich jederzeit einschalten kann, um die geschwächten Feinde eventuell beide auszuschalten und so Saurons Armee, mit nur einem Schlag, massiv schwächen zu können.
Erreichen kann man diese Bosse auf unterschiedliche Arten. Man kann zum einen das gemeine Fußvolk verhören, allerdings ebenso Informationen aus befreiten Sklaven heraus beziehen, die, aus Dankbarkeit, daraufhin willens sind Talion zu unterstützen oder man rennt einfach ziellos durch die Gegend ... Irgendwann läuft man schon wieder einem Boss entgegen ^^
Besonders interessant an diesem Konzept ist allerdings auch, dass sich die Boss-Gegner an Talion immerzu erinnern, wenn man zuvor schon mal aufeinander getroffen ist. Ob der Kampf damals nicht entschieden worden ist, weil entweder der Gegner oder man selbst die Flucht ergreifen musste, das ist dabei vollkommen irrelevant. Der Feind erinnert sich an einen, was ebenfalls noch einmal unterstreicht, dass sich die Macher bei diesem Konzept wirklich große Mühen gegeben haben und gerade auf dieses System großen Wert gelegt haben. Gerade das ist es auch, was das Spiel dann doch etwas von den vielen (spielerischen) Parallelen zur Arkham und AC Reihe unterscheidet – Dass das Spiel doch noch eine innovative Idee beherbergt, die im Spielsystem im Vordergrund steht. Erfreulich.

Ansonsten könnte man eventuell noch auf die Spielwelt und die KI eingehen. Das Spiel selbst ist als Open-World-Spiel ausgelegt, was in erster Linie daher rührt, dass man die Karte, die einem zur Verfügung steht, eben frei erkunden kann. Allerdings gibt es hier wenig bis eigentlich gar nichts zu entdecken. Der Umfang der Map ist auch nicht übermäßig groß ausgefallen, wodurch es bereits jetzt vorkam, dass ich manchen Ort schon zwei oder gar drei Mal besucht habe, ohne das überhaupt zu wollen.
Irgendwelche Aktivitäten darf man hier ebenso wenig erwarten, abgesehen von kleinen Nebenmissionen und sammelbaren Objekten. Wobei die Nebenmissionen, egal ob es nun um die Befreiung von Sklaven o.Ä. geht, stets darauf aufbauen, dass man sich eben wieder durch die feindlichen Truppen schnetzelt (oder auch leise alles niedermäht). Das Kampfsystem mag ja ganz spaßig sein, etwas mehr Abwechslung in den (Neben)Missionen wäre aber gewiss nicht verkehrt gewesen.
Und die KI, na ja … Zu sagen diese wäre dämlich wäre wohl noch untertrieben. Ich will hier auch gar nicht großartig mit Beispielen arbeiten, da das einfach zu viel wäre, aber der Fakt, dass es schon gut 30 bis gar 40 (!!!) Gegner gleichzeitig braucht, um mich wirklich zu fordern und ggf. auch mal zu erreichen, dass ich hopps gehe, zeigt eigentlich schon, dass die Feinde intellektuell eher wenig zu bieten haben. Lediglich so mancher Boss stellt hier eine Hürde da – Aber auch nur, wenn man dessen Schwäche nicht kennt oder aber sich diese nicht zu Nutze machen will, denn auch diese sind dann einfach zu leicht zu besiegen, was ich persönlich doch recht schade finde … Aber gut, vielleicht hat man den Intellekt der Gegner absichtlich runter geschraubt, um dem Sinnbild der dümmlichen Orks gerecht zu werden. Würde diesen Umstand zumindest erklären. Bisher gab es tatsächlich erst eine Kreatur, an der ich wirklich hängen geblieben bin - Und die mich noch immer zur Verzweiflung bringt. Das ist mir persönlich allerdings zu wenig, weswegen ich hoffe, dass da, im Laufe der Handlung, vielleicht noch mehr kommen wird.

Fazit:
Ich denke eine knappe 7/10 Wertung trifft es hier ganz gut. Das Spiel ist kein kompletter Griff ins Klo, bei Weitem nicht, hat aber doch mit einigen Mängeln zu kämpfen. Das fängt bei den vielen, spielerischen, Parallelen zu AC und Arkham an, zieht sich über die, bis dato noch, recht flache Handlung, die abwechslungsarme Umgebung sowie die leicht dümmliche KI der Feinde. Der dicke Pluspunkt in diesem Spiel ist ganz klar das System der Hierarchie von Saurons Streitkräften. Hier hat man sich einige Gedanken zu gemacht und ein recht intelligentes, und teils auch abwechslungsreiches, System geschaffen, dass einige Stunden durchaus zu fesseln weiß.
Alles in allem ein solider Titel, der eine gewisse Zeit durchaus Spaß macht, jedoch kein Dauerbrenner sein dürfte. Anhänger der Herr der Ringe & Hobbit Filme werden hier mit Sicherheit mehr gefallen dran finden als ich das tue.



 

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