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Eustass Captain Kid
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BeitragThema: Die verlorenen Söhne - Nibori-Prequel   Mi 22 Apr - 19:58

   
Das hier ist ein vierteiliges Prequel zu meiner Haupt Fanfiction, Nibori. Es durchleuchtet den in der Vergangenheit stattgefundenen Überfall auf White Bay aus dem Blickwinkel der Mannschaft der "Verlorenen Söhne". Die Geschichte soll zum einen meine gesamte FF an Tiefe aufwerten, soll aber auch die Kommandanten und deren Beziehung untereinander charakterisieren. Die Geschichte ist im Wesentlichen wichtig für den Hauptstrang, da die Charaktere ja alle irgendwann auftauchen werden.
Ich hoffe auf einige Leser und in dem Sinne: Möge es beginnen!

Kapitel 1 - Die Sonne, die wir uns alle teilen


Der Mond ragte über dem trüben, dunkelen Wasser, das sich totenstill in alle Windrichtungen erstreckte. Die Luft roch schwer nach Meersalz und Algen, die von den Wellen zuvor an Bug und Heck gepeitscht worden waren. Es war einer dieser Abende, in denen man lieber in seiner Kajüte sitzen und Skart spielen wollte.

Auf dem Krähennest trällerte eine einsame Silhouette schiefe Töne auf der Mundharmonika, während auf der Brücke ein Mann seifzend durch das Fernglas starrte.

"White Bay. Es sieht so friedlich aus, zugedeckt vom Himmel, in aller Ruhe . Ich frage mich, weswegen all diese Menschen unserem Kurs zum Opfer fallen werden. Womit rechtfertigen wir unser Handeln? Nelson, du konntest dich schon immer gut, unbemerkt anschleichen. Weißt du auch darauf eine Antwort?"

Eine düstere Gestalt, die sich einen schwarzen Mantel sorglos über die Schultern geworfen hatte, näherte sich. Während er in großen Schritten auf den Mann zu ging, striff er sich ein Paar lederne Handschuhe über. Argwöhnisch betrachtete er das Fernglas des Mannes, als würde dieses fremdartige Laute von sich geben.

"Salvador, du warst schon immer der Moralist unter den Söhnen. Ich sagte dir damals schon, als der Don dich wegen deiner Fragen einst niederschlug, dass unser Dasein, unser Tun und unser Lassen auf keinerlei Ethik zurückzuführen sei. Unsere ganze Existenz zielt darauf ab, die Ziele des Dons zu verwirklichen, etwas anderes ist nicht von Belang. Es mag sein, dass die Einwohner dieser Insel unschuldig sind, jedoch haben wir noch nie auf solche belanglosen Tatsachen geachtet, ihnen irgendeinen Wert beigemessen. Du müsstest es genauso wissen."
Er stand nun neben Salvador und setzte ein spöttisches Grinsen auf, während er die Insel streng begutachtete. Sein Atem war eher ein Hecheln wie das eines wilden Hundes, ungestüm und nicht berechenbar.
"Mazudo ist schon in den Bergen, zieht sich in sein Ferienhaus zurück, dass heißt wir können unbesorgt an die Arbeit."

"Mazudo ist mir scheißegal, Ratten haben mich nie besonders interessiert. Es ist mir egal, was der Typ bei uns beisteuert. Sein bescheidenes Auftreten ist nicht ohne Hintergedanken und das ... müsstest du wissen."
Er setzte sein Auge von der Linse ab und drückte das Fernglas in die Hand Nelsons, schritt, die Hände ineinander gefaltet langsam Richtung Heck und blieb vor der hölzernen Galionsfigur -einem Skelett mit Weinflasche in beiden Händen- stehen.
"Denkst du manchmal an ein anderes Leben Nel? An eines, fernab von sinnlosen Toden, Gewalt und dem Untergrund? An eines irgenwo in den drei anderen Blues, vielleicht als Landwirt oder Schiffsbauer? Ich denke da an ein sorgloses Dasein unter der Sonne, die wir uns alle teilen. Ein Haus, nicht allzu groß, eine Frau, duftendem Eintopf und vielleicht sogar Kinder. Das wäre was."

Nelson fiel plötzlich in ein hohles, unbeständiges Lachen, dass aber bald verstummte, als dieser merkte, dass Salvador es ernst meinte.

"Himmel, Sal', du bist der vierte Offizier der Piratenbande des Don Gin, einem Samurai der Meere. Anstatt unsere Werte und Traditionen mit Haltung zu repräsentieren, zu wahren, spielst du mit dem frevelhaften Gedanken des Aussteigens. Sag, bist du lebensmüde?" Er ging auf Salvador zu, fasste diesem an die Schulter und kniff fest zu.

"Du weißt was er mit dir anstellt, wenn er von deinen Gedanken Wind bekommt. Und Rhodolfo, Himmel, wenn der Trottel davon erfährt, dann bin womöglich sogar ich am Arsch. Der Typ liebt den Generalverdacht mehr als seinen Alkohol, wenngleich das eine bei ihm das andere rechtfertigt. Salvador, sei bitt einfach wieder die "Rinde". Das warst du schon immer und das hat dich schlussendlich auch dahin gebracht, wo du jetzt stehst."  
Daraufhin schlenderte er auf die Kajüten zu, blieb nur kurz stehen um die Person im Krähennest hinsichtlich ihrer Musikalität zu kritisieren, diese wütend mit dem Fernglas zu bewerfen, und dann schließlich in den Innenräumen zu verschwinden.

In wenigen Stunden wird bei unserer Rückfahrt das Meer in einem schlichten Rot gekleidet sein und der Sturm wird uns seine Empörung auf ein weiteres Mal veranschaulichen. Und ich muss ein weiteres Mal jemand sein, den ich mit jedem weiteren Tag vergaß zu sein, jemand der in mir aus ungebremster Wut erschaffen war, in meiner gereiften Existenz jedoch keinen Boden mehr hat, um weiterzuleben. Salvador D. Versailles.

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BeitragThema: Re: Die verlorenen Söhne - Nibori-Prequel   Fr 24 Apr - 14:49

   
Also im großen und ganzen gefällt mir der ruhige Einstieg, in deinen Flashback. Ich hab mal aus langweile 6 Rechtschreibfehler gefunden.Bei anderen finde ich die irgendwie viel leichter^^
Nur mal nen Beispiel "Skart" ohne r und im 6 Absatz haste das d in irgendwo vergessen.
So das sollte genug kleinscheiß sein.

Nun es ist ja an sich wirklich nicht viel passiert außer die Auseinandersetzung zwischen Salvador und Nelson.Der Dialog bringt uns schon mal langsam die Charaktere näher und ist in dein gewohnten Stil verfasst.Ansonsten sind die Beschreibungen auch recht atmosphärisch gelungen.Die gute Formatierung und Schriftgröße muss ich natürlich auch noch loben,weil das ja nicht selbstverständlich ist.^^
Ich freu mich schon aufs neue Kapitel

Beste Grüße D.erFuchs

Eustass Captain Kid
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BeitragThema: Re: Die verlorenen Söhne - Nibori-Prequel   Di 28 Apr - 22:51

   
@Danke D.er Fuchs

Kapitel 2 - Mit der Brandung im Rückem


Sechzehn Beiboote wurden plump ins Wasser gelassen, woraufhin sich mehrere kleinere und größere Kreise an jenen Aufprallstellen aufzogen. Der Wind wehte nun heftiger als noch Stunden zuvor, so gaben sich die zahlreichen Palmen am Küstenstreifen den gnadenlosen Böen hin, beugten ihre Häupter vor jenem Schauspiel der Natur. Die knapp einhundert Mann, alle vermummt bis auf die Augen, die wie zwei bedrohliche Funken hin und wieder aufblitzten, ruderten eilig im gleichen Tempo zum Strandabschnitt. Niemand sprach, niemand wagte es zu lachen.

Rhodolfo hörte einfach alles, dass wusste jeder und genau deshalb ging man auch gebeugt und stillschweigend an ihm vorbei. Der Kommandant der ersten Division ging als erstes an Land, wie üblich zündete er eine in Öl getauchte Lumpenfackel an, die er willkürlich in den Sand einschlug. Die ganze Mannschaft wartete nun auf seine Worte, die stets in Blut geschriebene Rede des Kommandanten, dem Stolz der Söhne.

Ein blasses, mageres Gesicht, welches im grellen Licht der Fackel einer weißen Granitbüste alter Zeiten ähnelte. Seine giftgrünen Lippen öffneten sich und alle Augen richteten sich augenscheinlich auf ihn, fixierten hochkonzentriert eben diese schmalen, strichförmigen Lippen.

 

"Söhne des Don Gin!" Er hielt kurz inne und schaute jeden aus der ersten Reihe, der ihn einzirkelnden Menschenmenge an.

 

"Wir sind nun heute hier versammelt, um den Willen des unser allen Führers, unseren ehrbaren Käptns zu befolgen. Diese Insel unerhält sich primär vom Fischfang. Also, was sind das hier vermutlich für Leute? Yaka?"

 

"F-Fischer, Rhodolfo?" Der Mann stotterte, weniger dem kühlen Wind verschuldet.

 

"Fischer sind es." Er hielt erneut inne. "Würde man meinen."

Binnen eines Wimpernschlags feurte er zwei Schüsse, mittig auf die Stirn Yakas platziert ab und ließ die golden emaillierte Pistole gekonnt in seinem Ärmel verschwinden. "Fischer hätte ich auch getippt. Heheehehee."

Keiner traute sich verunsicherte Blicke auszutauschen, die Anspannung der Anwesenden war an der bedrückten Atmosphäre abzulesen.

"Es stimmt, die Bewohner dieses Dorfes sind mehrheitlich Fischer, bedürftige, stinkende Fischer. Aber dann kam diese Nachricht von einem unserer Spione; Die Stadt beheimatet einen geheimen Orden, der sich der Wahrung und Übersetzung eines Porneglyphs verschrieben hat."

Urplötzlich war ein lautes Stöhnen in der Mannschaft wahrzunehmen, dann ein gemeinsamer Einfall in todendes Gelächter, das schließlich in monotones Grölen mündete. Freudig und überrascht zugleich drehten sich alle zu Rhodolfo, um dessen weitere Pläne aufmerksam vernehmen zu können.

Nelson drehte sich zu Salvador, der wie immer mit der Stiefelspitze Weite Kreise um sein Standbein zog, der Rede sichtlich wenig Aufmerksamkeit spendete.

"Der Käptn hat am Ende doch gefunden, was er all die Jahre zu finden erstrebte. Denkst du, es ist Es?"

Salvador zuckte veträumt mit den Achseln und fing nun an, willkürlich in den Sand zu treten, in völliger geistiger Abwesenheit von der Mannschaft und deren Besprechung.

 

"Wollt ihr nun euren großen Käptn glücklich sehen, nach all den Jahren des Scheiterns? Wollt ihr ihm sein Geschenk nicht persönlich reichen?"

 

"Na, klar Rhodolfo, ja doch!"

"Natürlich!" Wir dienen ihm, nur ihm!" Rhodolfo grinste, strich sich das fettige Haar aus dem Gesicht. "Na dann, worauf wartet ihr? Macht die Stadt dem Erdboden gleich! Na los!"

 

Kurze Schlachtrufe hallten durch die gesamten Strandpromenade, ließen erschrockene Vögel hastig ihre Nester verlassen. Die Männer stürmten teils durch das wilde Dickicht, teils über den steilen Pass, und die letzte Schwadron ging mit Salvador über den Küstenweg in Richtung Hafen.

Rhodolfo wandte sich nun völlig verlassen einer Miniteleschnecke zu, die er ebenfalls in seinem Ärmel aufbewahrte. "Böllöllöllöllö Böllöllöllöllö." Es klingelte wie erwartet.

 

"Ja, Käptn, sie sind marschiert. Wir werden alles daran setzen, den Stein in Gewahrsam zu nehmen, Ihr habt mein Wort."

 

"Das mir was wert wäre, wenn es seinen Wert denn einmal zuvor bewiesen hätte, nicht Rhodolfo?" Eine ältere, gelassene Stimme ertönte am Hörer.

 

Ausdruckslosigkeit machte sich in Rhodolfos Gesicht breit. Es schien, als hätte sich das ohnehin schon nahezu weiß-bleiche Gesicht von Rhodolfo nochmal aufgehellt.

Er setzte sich auf die Leiche Yakas.

 

"Ich werde sie nicht enttäuschen, bei meiner Ehre, ich werde ihnen das Geschenk höchstpersönlich reichen, BEI MEINER EHRE!"

Die letzten Worte waren eher ein geflüsterter Ausruf, dennoch ließ er dem Frust Rhodolfos gebührenden Raum zur Offenbarung.

Der Don hatte aufgelegt, bevor dieser den Satz überhaupt ausgesprochen hatte.

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BeitragThema: Re: Die verlorenen Söhne - Nibori-Prequel   So 10 Mai - 16:38

   
Ich versuch diesmal ein etwas strukturierteres Feedback abzugeben.

Rechtschreibung&Grammatik: Da hab ich so gut wie nichts zu meckern. Ein oder zwei Tippfehler habe ich schon gefunden, aber das ist kaum der Rede Wert.

Inhalt: Nun irgendwie gefiel mir diesmal Rhodolfos willkürliche Bosheit am besten. Ein paar Formulierungen kamen mir allerdings, bei ihm nicht ganz so rund vor. Ein Beispiel wäre "die stets in Blut geschriebene Rede des Kommandanten" da war mir später auch nicht ganz klar, ob er bei jeder Rede jemand umbringt oder es doch anders gemeint war^^ Beim ich glaube ersten Auftreten des Don muss ich zugeben hätte ich mir auch etwas mehr erhofft. Ansonsten würde ich sagen hast du die Geschichte sauber weitererzählt.

Formatierung: Die ist an sich nicht schlecht, aber die Abstände kommen mir teilweise ziemlich groß vor. Insgesamt ist es aber schon gut zu lesen.

Alles zusammen genommen würde ich sagen war das Kapitel nicht schlecht.Es ist schon noch Platz für Verbesserungen, die bewegen sich allerdings schon im Bereich der gerne auch Geschmackssache genannt wird^^

Beste Grüße D.erFuchs



 

Schnellantwort auf: Die verlorenen Söhne - Nibori-Prequel

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