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traffylaw
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BeitragThema: Japanische Sagen, Mythen und die yokais   Di 9 Aug - 12:57

   

こんにちは、みんな!

Hallo alle zusammen!






Wie Ihr vielleicht schon an dem Titel dieses Threads lesen könnt, soll es sich in dieser Rubrik rund um Mythen und Sagen aus Japan gehen. Natürlich sollten da auch die berühmten Yokai nicht fehlen. (Yokai = Geist(er) )
Warum ich diesen Thread erstellt habe:
Da ich mich sehr für die Japanische Kultur, Geschichte, etc. interessiere und auch schon seid fast einem Jahr fleißig die Japanische Sprache lerne, kam ich natürlich nicht umher, mich mit den Yokai zu befassen. (Woraus dann natürlich auch Sagen, Mythen, etc. entstehen). Anfangs wusste ich nicht, was es damit auf sich hat und so befragte ich meine Japanische Brieffreundin dazu. Sie erzählte mir so einiges und mein Interesse wurde geweckt. So begann ich also, mich näher damit zu beschäftigen und im Internet Nachforschungen anzustellen. Wink
Zurzeit übersetze ich gerade eine Japanische Kurzgeschichte ins Deutsche, und wie es der Zufall will, handelt diese Geschichte um ein kleines Kind, welches mit einem der Yokai, genauer gesagt der Yuki Onna (雪女、jap. =Schneefrau. Auch oft Schneehure, Schneegeist, Schneekönigin, etc. genannt) Bekanntschaft macht.
Eben jene Yuki onna soll es auch als erstes hier gehen (auch, wenn noch kein Winter ist Wink )




Namen, Aussehen, Erscheinung:

Yuki Onna wird entweder als Göttin des Winters oder auch als Dämonin des Schnees und Eises angesehen. In beiden Fällen wird sie als wunderschöne Frau mit langem Haar, meist in einem schneeweißen Kimono dargestellt.

In einigen Legenden wird sie als völlig nackt beschrieben, nur Augen, Haare und Schambereich heben sich vom Schnee ab. Ihre Haut ist außergewöhnlich blass oder gar durchsichtig, so dass sie mit der verschneiten Landschaft zu verschmelzen scheint. Sie wirkt immer bemerkenswert ruhig. Wenn sie bedroht wird, verwandelt sie sich sofort in Nebel oder Schnee.

Wirken der Yuki Onna, erste "Sichtung":

Die Geschichte der Schneefrau (welche im übrigen, so bin ich mir sicher, als Vorlage für unsere Mone auf PH diente) geht weit vor das 18. JH. hinein. Bis dahin wurde sie fast ausnahmslos als böser Dämon dargestellt. Ungeheuerliche Geschichten wurden über sie verbreitet. So soll sie keine Füße haben und über dem Schnee schweben (was im Übrigen Charakteristisch für Yuurei, Jap. Geister ist). Demzufolge hinterlässt sie keine Fußspuren.
Yuki Onna soll Menschen, welche in den winterlichen Bergen oder in Wäldern übernachten, ihren eisigen Atem ins Gesicht blasen und ihnen damit den Erfrierungstod bringen.

Andere Legenden besagen, dass sie Menschen in die Irre führt und so lange herum wandern lässt, bis diese an Erschöpfung sterben. Ferner soll sie im Schnee auftauchen und menschliche Opfer in ihr Haus locken. Wer ihr folgt, soll wahnsinning werden und daraufhin Selbstmord begehen. Die Seelen dieser armen Menschen sollen Nahrung für Yuki Onna sein.

In einigen Geschichten hat sie ein Kind bei sich. Nimmt jemand Kontakt zu diesem Kind auf, wird er auf der Stelle eingefroren. Besonders empfänglich sind für diese List natürlich Eltern, die verlorene oder weggelaufene Kinder suchen. Gefürchtet sind in Japan vor allem die zu dieser Jahreszeit üblichen Stürme, die von Yuki Onna ausgehen sollen.

Sie soll auch in die Häuser von Menschen eindringen, um diese im Schlaf zu töten, indem sie die Türen mit einem kräftigen Windstoß eindrückt. Manchmal ist sie einfach damit zufrieden, den Tod ihrer Opfer mit anzusehen, manchmal soll sie ihnen sie ihnen das Blut oder die Lebenskraft aussaugen, z.B. Männern indem sie sie verführt und sie während des Geschlechtsaktes oder mit einem Kuss aussaugt oder einfriert.

Dies ist ihre dämonische Seite. Yuki Onna hat aber auch einen sanfteren Aspekt, der vor allem ihre neueren Geschichten kennzeichnet und der eher ihre göttliche Natur und unwirkliche Schönheit betont. So soll sie auch menschliche Männer heiraten, Kinder bekommen. Sie löst sich aber in weißem Nebel auf oder schmilzt wie Eis hinweg, wenn ihre wahre Identität erkannt wird.

Legenden über ihre mildere Seite erzählen, dass sie Menschen, die erfrieren, beruhigt, tröstet, besänftigende Lieder singt und deren Tod ruhig und schmerzlos macht.

Wie kam Yuki Onna auf die Erde?:

Eine Legende erzählt, dass sie ursprünglich eine Prinzessin auf dem Mond gewesen ist. Sie langweilte sich furchtbar und entschloss, die Erde zu besuchen. So lies sie es schneien und flog mit einer Schneeflocke runter zur Erde. Dort angekommen, stellte sie fest, dass sie nicht mehr zurück konnte.

Sicherlich nicht zuletzt durch diese Geschichte heißt es, dass man der Yuki Onna vor allem in hellen Vollmondnächten, im Zeitraum um den 15. Januar sehen soll. Es fängt dann aus heiterem Himmel an zu schneien. Wortwörtlich, denn es sind keine Wolken am Himmel, trotzdem fällt Schnee.
Der Zeitraum in der man sie sehen soll, variirt aber von Region zu Region. So erscheint sie in anderen Teilen Japans am Neujahrstag und verschwindet am 12. Januar.

Darstellungen:

雪女:
 

Das wäre dann auch schon alles, meinerseits. Bevor ich diese Reihe durch andere Sagen, Mythen oder Yokai ergänzen werde, möchte ich doch gerne von euch wissen, was haltet Ihr von der bezaubernden Schneefrau? Habt ihr auch schon von ihr gehört? Oder interessieren euch solche Themen überhaupt? Bitte hinterlasst einfach einen Kommentar, ich würde mich sehr darüber freuen. Des weiteren möchte ich die Gelegenheit gleich noch dazu nutzen, um interessierte oder auch kundige User dieses Forums hier aufzurufen, die Reihe durch eigene Geschichten (welche ihr von Yokai kennt) zu erweitern. Ihr kennt auch Sagen, Mythen,... aus dem Land der aufgehenden Sonne? Nur zu, lasst uns daran teil haben! Smile

Zu guter Letzt möchte ich noch sagen, dass meine Meinung über die Schneekönigin geteilt ist. Ich finde sie nicht unsymphatisch, aber begegnen möchte ich ihr nicht.

Hier noch meine Quellen:
http://www.kaltwetter.com/blick-nach-fernfrost-teil-2-yuki-onna-der-schneegeist/
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=10&ved=0ahUKEwik59CKjrTOAhUB1RQKHeyDAp0QFghFMAk&url=http%3A%2F%2Fwww.artedea.net%2Fyuki-onna-kalter-hauch%2F&usg=AFQjCNFUen-9-7Vx17cUqbWAD55iWiBkpg

Und hier verlinke ich euch noch die anfangs erwähnte Kurzgeschichte, für alle Liebhaber oder Kundigen der Japanischen Sprache. (Für alle anderen gibt es auch eine deutsche Übersetzung Wink ) :
http://nihongo-otsu.de/wordpress/2016/01/12/japanische-kurzgeschichte-zum-ueben-spaziergang-mit-yuki-onna/

mit freundlichen Grüßen
Traffylaw

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BeitragThema: Re: Japanische Sagen, Mythen und die yokais   Sa 22 Apr - 18:21

   
Rokurokubi

Hallöchen!

Lange Zeit ist es her, dass sich hier etwas getan hat und deshalb möchte ich euch hier nun den nächsten Youkai vorstellen:


Name, Aussehen und Erscheinung:

Die Rokurokubi (ろくろ首 , jap. =Dreh-/Wendehals) oder auch Lady Longneck ist eine weibliche Youkai. Sie hat, wie der Name schon vermuten lässt einen langen Hals, zudem oftmals zu einer Shimada-Frisur gebundene, schwarze Haare.

Beschreibung:

Rokurokubi, welche zur Gruppe der höheren Youkai gehören, sehen wie gewöhnliche Menschen aus -Tagsüber. Sehr gerne geben sie sich als junge, attraktive Frauen aus, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen. Nachts jedoch, wenn alle schlafen, passiert das Mystische: Während der Körper schläft, beginnt der Kopf (und auch der Hals) ein Eigenleben zu führen. Klingt seltsam, ist es auch. So streckt sich der Hals unnatürlich lang und der Kopf schlängelt sich durch das Haus und leckt das Öl aus den Lampen (guten Appetit!) oder saugt den menschlichen Mitbewohnern des Hauses das Blut oder die Lebensenergie aus (haha, wozu Big Mom ne TF braucht, kann sie das auch so Very Happy )
Auch machen sich einige Rokurokubi´s einen Spaß daraus, ihre Köpfe auf das Fensterbrett zu legen und nichtsahnende, vorbeikommende Menschen zu erschrecken.

Wie entsteht denn eine Rokurokubi?

Einer Legende nach, durch einen Fluch. Allerdings können sie auch durch eine unglückliche oder verschmähte Liebe hervorgebracht werden. In vielen Überlieferungen sind es Frauen, welche von ihren Ehemännern ermordet wurden oder von ihren Geliebten getrennt wurden. Auch, durch zu Lebzeiten nicht erhörte Liebe kann sie entstehen.

Folklore:
Hierzu fand ich einen Wikieintrag, welcher schon alles beinhaltet. Mehr gibt´s dazu nicht mehr zu sagen oder hinzuzufügen.


Wikipedia schrieb:
Eine bekannte Überlieferung findet sich in dem Buch Yaso Kidan von Kosai Ishikawa aus dem Jahr 1889. Darin findet sich die Legende über eine junge Frau aus Hongōku (heutiges Bunkyōku), die während der Hōreki-Zeit (1751–1764) lebte. Sie soll so schön gewesen sein, dass sich die Männer, jung wie alt, verzückt nach ihr umdrehten. Neidische Zungen sagten ihr jedoch nach, sie sei in Wirklichkeit ein Rokurokubi. Tatsächlich soll sie ein Rokurokubi gewesen sein, dessen Kopf nachts auf Suche nach liebestollen Männern ging.


Namenszusammensetzung und -Herkunft:

Die genaue Etymologie von Rokurokubi ist nicht bekannt. Der Japanologe Lafcadio Hearn weist auf viele versch. Deutungsmöglichkeiten hin. Eine davon ist, dass Rokurokubi auf das Teilwort "Rokuro" (jap.: 轆轤 =sich drehen, sich umdrehen) zurück geht. Das zweite Teilwort "kubi" bedeutet Hals, Nacken oder auch Genick.

Auflösung des Mythos:

Der Glaube an diesen Youkai lässt sich vermutlich auf das einfache Phänomen des Schlafwandelns zurückführen. Abergläubische Menschen nahmen an, dass betroffene besessen oder eine verkleidete youkai sei.

Bilder:
Spoiler:
 

Anschließend noch meine Quellen: Smile
https://de.wikipedia.org/wiki/Rokurokubi
https://parttimemonster.files.wordpress.com/2015/05/20130228165718.jpg
http://yokai.com/rokurokubi/

Das war´s dann auch schon mit diesem Youkai! Ich hoffe, ihr fandet es genau so spannend wie ich und wie immer würde ich mich über Euer Feedback freuen. Smile

mit freundlichen Grüßen
Traffylaw



 

Schnellantwort auf: Japanische Sagen, Mythen und die yokais

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