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Hisoka
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BeitragThema: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Do 20 Jun - 17:33

   

Heyho Kiddos,

hier mal endlich!!! wieder eine neue Fanfiction von mir. Es spielt, so viel sei gesagt, in einer Welt, die nicht eindeutig Mittelalter ist, sondern eher in Richtung Renaissance geht. Es gibt also Gewehre und so...

Worum es sich genau dreht...um eine Frau die aus ihrer Gefangenschaft ausbricht, zwei junge Männer die auf Rache aus sind, und einen blutrünstigen Krieger mit dubiosen Motiven...die genaue Story wird sich erst noch herauskristallisieren, Geduld Razz 

Hier also das erste Kapitel. Viel Spaß, über ehrliche Reviews würde ich mich freuen.

Kapitel 1: Drei Pfade


Leichte Bitterkeit im Abgang, vorab ein süßlicher Geschmack, der den Gaumen in Form zahlloser kleiner Tröpfchen benetzt, eine satte, kräftige Farbe. Zufrieden stellte Sindra das Glas Rotwein auf den Glastisch vor ihm und starrte durch das Fenster in die dunkle, einsame Nacht. Das matte Laub der Bäume rauschte im Wind, einzelne Äste hielten dem Druck nicht stand und fielen leise zu Boden. Er lächelte, dies war genau die Atmosphäre, die zu ihm passte. Sinnlich, dunkel und geheimnisvoll.
Sindra spielte ein wenig mit dem Weinglas, dann setzte er es erneut an seine Lippen und nahm einen kleinen Zug daraus.
Eine ruckartige Bewegung vor dem Fenster weckte erneut seine Aufmerksamkeit, blitzschnell verfolgten seine Augen den Schemen, der sich hinter eine Ecke zurückzog. Sindra stellte das Weinglas ab und rührte sich nicht mehr. Hier ging eindeutig etwas vor sich, das versuchte, sich seiner Aufmerksamkeit zu entziehen. Selbstverständlich vergeblich. Ein Zucken ging durch seinen Körper, schlagartig waren alle seine Muskeln angespannt und in Bereitschaft.
Die Holz Hütte, in der er sich befand, hatte lediglich zwei mögliche Eingänge....das große Fenster, das einen Ausblick auf den Wald bot, inmitten dessen das Haus erbaut worden war, und die Eingangstür. Aufgrund ihres Verhaltens Momente zuvor, wusste Sindra, welchen Weg die Fremden nehmen würden. In welcher Absicht sie ihn wohl besuchten? Nun, es war nicht schwer, das zu erahnen. Er warf einen letzten Blick auf die Landschaft, die Bäume, das Gras......
Sindra stellte sich genau in die Mitte des Raumes, die Hände unter einer ,den ganzen Körper bis auf den Kopf bedeckenden, schwarzen Kutte versteckt.
Für einen viel zu kurzen Moment genoss er die Stille, die über der Szenerie lag. Ein Mantel der Lautlosigkeit bedeckte den kleinen Ort, jedes Geräusch in sich aufnehmend.
Die Tür wurde blitzartig aus ihren Angeln gerissen, zwei Schatten rasten links und rechts an ihm vorbei, ein weiterer stapfte in einer selbstgefällig langsamen Art in die Hütte.
Lange beige Umhänge, Hüte mit auffälliger Krempe, schwarze Hemden mit goldenen Fäden verziert, jeweils eine schwarze, ausdruckslose Maske auf dem Kopf. Das einzige, was jenen in der Mitte von den beiden anderen unterschied, waren zwei rote Streifen auf seiner nicht schwarzen sondern weißen Maske.
„Ich nehme an, ihr seid nicht zum Reden gekommen?“ unternahm Sindra den Versuch, eine Unterhaltung zu beginnen. Lächelnd registrierte er, dass von den dreien wohl keine Antwort zu erwarten war.
„Ich frage mich, wie ihr mich aufgespürt habt. Es ist aber einerlei...ich wollte sowieso aufbrechen.“
„Sie gehen nirgendwo hin.“
Ein eigenartiges Lächeln umspielte Sindras Lippen, er fasste unter seine Kutte.
„Ich wusste, ihr würdet mir eine Freude machen.“
Rot. Eine Farbe, die manch einer Sache unsagbar viel Stil und Klasse verlieh. Das satte Rot eines guten Weins, das durchdringende Purpur wertvoller Stoffe. Doch am schönsten war das leuchtende, lebendige Rot von frischem Blut.
Ein kleiner Spritzer Blut schien sekundenlang in der Luft zu verharren, ehe er sich mit dem dreckigen Boden vermengte. Die zwei Maskenmänner wichen hastig zurück, einer von ihnen befühlte seine blutverschmierte Maske, auf der im Stirn Bereich ein langer, dünner Schnitt klaffte. Sindra lachte leise, ein roter Glanz stahl sich in seine Augen. Er wirbelte durch den Raum, kam kurz vor dem ersten der beiden zum Stehen und schwang seine Klinge. Stahl traf auf Stahl, kurz darauf tauchte der Mann unter Sindras Hieb hindurch und sein Schwert raste auf Sindras Kehle zu. Ohne eine Miene zu verziehen ließ der sich fallen, hieb noch währenddessen nach seinem Gegner, rollte sich auf dem Boden ab und stand ohne einen Kratzer wieder auf. Ein ganzer Blutstrom schoss aus der Brust des Mannes, ein tiefer Schnitt wurde sichtbar. Ein dünner Luftzug erinnerte Sindra daran, dass er mit zwei Gegnern kämpfte. Mühelos trat er zur Seite, ließ den Angreifer ins Leere laufen und trennte ihm mit einem einzigen glatten Hieb den Schädel vom Rumpf. Der kopflose Körper des Mannes fiel auf den Holzboden und noch ehe Sindra diesen dumpfen Aufschlag vernahm, versenkte er sein Schwert waagrecht in der Brust des bereits verwundeten Kämpfers. Ein Strom von Blut lief aus dessen Maske heraus und verliehen dem auf die Knie sackenden Mann einen bizarr-tragischen Anblick. Grinsend leckte sich Sindra einen Blutfleck von der Lippe , drehte sich mit einigen Schritten zum Anführer der Gruppe um.
„Uh, ich fürchte ich bin ein wenig unterfordert. Hast du mir mehr zu bieten?“
Auch dieser Mann schwieg. Gott allein wusste, was nun unter seiner Maske vorging, die jede seiner Empfindungen vor Sindra verbarg. Das perfekte Poker Face eben.
Als sich die Hand des Mannes um den Griff seines Schwertes legte, wurde Sindra wieder aktiv. Die Bewegungen seines Gegners waren flüssig, jede Aktion baute auf der vorhergehenden auf, er setzte seinen Körper optimal ein. Sicherlich war dieser Mann ein erfahrener Krieger und seine Dienste teuer. Dennoch entbehrte sein Können jedes Vergleichs mit dem Sindras.
„Hihi....en Garde.“
Stahl durchtrennte Gewebe, öffnete Blutadern, schnitt tief in einen menschlichen Körper.
Eine Kaskade aus rotem Lebenssaft schoss quer aus dem gesamten Rücken des Mannes, aus der vom Hals bis zum unteren Ende des Torsos reichenden Schnittwunde, die Sindra ihm beigebracht hatte. Der Mann hustete und rang nach Luft, während er fiel, die Maske rutschte ihm vom Gesicht. Doch Sindra sah ihn nicht an...seine Identität war ohne jede Bedeutung. Als nun der letzte Aufprall auf dem Holzboden erfolgt war, eroberte sich die Stille ihr Gebiet zurück. Sindra stand nun inmitten dreier grauenvoll zugerichteter Leichen, die in einem Meer aus Blut trieben. Er hob den Kopf und starrte an die Decke, ein breites Lächeln zog sich über sein gesamtes Gesicht. Seine schwarze Kutte trieb in dem Blutsee, achtlos kickte er sie zur Seite und verließ die Hütte. Der hoch am Himmel stehende Vollmond beschien seine silbrige Rüstung und die in einem bläulichen Licht schimmernde Klinge. Er richtete seinen hellblauen Umhang und suchte nach einem Pferd. Und tatsächlich, drei nachtschwarze Pferde standen ein wenig abseits von der Lichtung, aber immer noch gut sichtbar, im Wald. Lächelnd näherte er sich dem größten davon und strich ihm über den Hals.
„So mein Freund.....du wirst mich nun einige Zeit lang tragen.“
Er schwang sich auf den Sattel des Tieres und übte Druck auf dessen Seiten aus. Es setzte sich in Bewegung, und ohne viel Aufsehen verschwand Sindra im Dunkel der Nacht.


Die Sonne strahlte gnadenlos auf die Körper der Menschen, die unter ihrem Antlitz dem Tagewerk nachgingen. Kutschen überquerten die aufgewärmten Straßen im Eiltempo, sichtlich ermüdete Fußgänger setzten sich immer wieder in den Schatten eines Baumes. Nur einige wenige waren bei diesen Temperaturen noch frohen Mutes, so etwa ein Tross von Zirkusleuten und Wanderern, der sich in Richtung der Hafenstadt Mevellin bewegte. Es war eine sehr bunte Truppe, die manchem Wanderer ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Es waren maskierte Menschen, solche mit bunten Gewändern und viel Schminke im Gesicht, aber auch einfaches Volk ohne eine besondere Ausstattung.
Doch während diese Truppe einiges an Aufsehen erregte, nahm kaum jemand die zwei jungen Männer wahr, die einige Kilometer hinter ihnen ihres Weges gingen...der dem der Zirkus Truppe entsprach.
Dwain Awrin entsprach dem, was man sich allgemein unter einem jungen
Genie vorstellte. Eher von kleiner Statur, durchaus gut gebaut, ein konturloses Gesicht und freundliches Verhalten an den Tag legend. Er trug ein bescheidenes beiges Hemd zu einer dunkelbraunen Hose, ein ebenso einfacher Umhang umgab seinen Körper. Seine Augen spiegelten die Sonne wieder, die Pupillen waren von eigenartig gelber Färbung.
Tyrun dagegen überragte ihn um eineinhalb Köpfe. Wie auch Dwan waren seine Haare kurz, allerdings nicht blond, sondern in einem dunklen Braun gehalten. Ein weißer Umhang zierte seine in mehreren Brauntönen gefärbte Weste, unter der er ein hellbraunes Hemd trug, quer über die Stirn zog sich eine schmale Narbe. Überhaupt zierten viele kleine Narben und verbrannte Stellen sein markantes Gesicht. Beide gingen stumm nebeneinander her.
Genervt stieß Tyrun die warme, verbrauchte Luft aus und verschränkte im Gehen die Arme.
„Wäre es nicht...ich weiß auch nicht...weniger hirnrissig gewesen, wir hätten dem Idioten von vor zwei Kilometern seine Pferde abgenommen anstatt für ihn eine Horde Halbstarker zu verprügeln und sie ihm zurück zu geben?“
Dwain lächelte und schüttelte langsam den Kopf.
„Nein, das wäre nicht richtig gewesen. Es waren ja schließlich seine.“
„Dieses moralische Gefasel bringt mich eines Tages noch ins Grab.“
Dwain zuckte desinteressiert mit den Achseln und kramte in seinen Taschen, bis er einen vergilbten Zettel zutage förderte. Er rollte ihn auseinander und ließ seinen Blick darüber schweifen.
„Hm, sie wollen wohl wirklich nach Mevellin. Wir sind so nahe, dass mittlerweile kein anderes Ziel mehr Sinn ergeben würde.“
„Wenn wir in diesem Tempo weiterlaufen, haben sie in Mevellin schon wieder die Zelte abgebrochen, ehe wir auch nur das Meer sehen.“
„Alles braucht seine Zeit, mein Freund.“
Tyrun nickte widerwillig, ein grimmiges Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.
„Um diesen Mistkerl namens Gaukian zu finden ist mir jedes Mittel recht und keine Strecke zu lang. Er wird zahlen müssen.“
Dwain lächelte.
„Ja. Doch ich bin mir nicht sicher, ob in Geld oder in Blut.“
Einig in ihrer Wut gingen die ungleichen Freunde weiter ihres Weges, sie bemerkten allerdings schnell, dass sich in der Ferne Soldaten sammelten.
„Was geht da vor sich?“
„Wer weiß das schon....“

Währenddessen kniete ein Mann im blauen Clownskostüm mit aufwendigem silbernen Make-Up vor einer Art Thron im Inneren des hölzernen Wohnwagens, der inmitten des Zirkus Trupps gen Mevellin zog.
„Lord Gaukian, Mevellin wurde gesichtet. Es kann sich nur noch um Minuten handeln, bis wir ankommen.“
Der Mann auf dem verdunkelten Thron nickte, der Clown spürte dass sein Herr grinste.



Zuletzt von Hisoka am Do 1 Aug - 12:16 bearbeitet, insgesamt 3 mal bearbeitet
Sidari Yumanara
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Do 20 Jun - 18:45

   
Heyy Punkyy :3

kawaii ich weiß nicht was ich sagen soll, außer: HAMMER!!!! Wenn ich diese Geschichte in einem Laden sehen würde, ich würde mir das Buch sofort kaufen, egal für was ich mein Geld in dem Moment auch gespart hätte. finaly
 
Die Story ist einfach soo schön geschrieben, es lässt sich total flüssig lesen und man kann sich richtig in die Geschichte hineinversetzen, sodass man irgendwann fast schon glaubt, man würde ein richtiges Buch in der Hand halten. Ich finde es auch echt klasse wie viel du schon über die Welt deiner Storys weißt (in diesem Fall Renaissance) und du alles echt authentisch rüberbringst.
 
Am meisten liebe ich wirklich deine Kampfbeschreibungen. Schon als ich deine HxH-FF las war ich fasziniert, wie genau und komplex du die ganzen Vorgänge beschrieben hast und auch dieses Mal ist es dir wieder perfekt gelungen. Ich könnte dir wirklich 1000 Mal sagen wie klasse ich das Kapitel finde und es würde ihm trotzdem noch nicht gerecht werden Smile Dein Schreibstil ist wirklich einmalige Klasse, ich wüsste nicht wie ich es jemals schaffen könnte, auch nur 10 km an deine Geschichten heranzukommen Very Happy 
 
Das Ende der Story ist mal wieder top spannend, es macht richtig Laune weiterzulesen :3
Ich hoffe du schaffst es bald Kapitel 2 zu schreiben bzw. hochzuladen *-* Mach weiter so wie jetzt und ähm…jaa….schreib einfach happy
 

lG von der immer noch faszinierten darii smile

DreckscherAzzi
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Do 20 Jun - 19:09

   
sehr schöne story, am besten gefällt mir die kampfszene, die is meiner meinung nach am besten gelungen^^

"Das perfekte Poker Face eben."  ich finde, der satz passt irgendwie garnicht da rein, klingt einfach irgendwie seltsam, zumindest mit dem rest des textes^^


"Dwain Awrin entsprach dem, was man sich allgemein unter einem jungen 
Genie vorstellte. Eher von kleiner Statur, durchaus gut gebaut, ein konturloses Gesicht und freundliches Verhalten an den Tag legend. Er trug ein bescheidenes beiges Hemd zu einer dunkelbraunen Hose, ein ebenso einfacher Umhang umgab seinen Körper. Seine Augen spiegelten die Sonne wieder, die Pupillen waren von eigenartig gelber Färbung.
Tyrun dagegen überragte ihn um eineinhalb Köpfe. Wie auch Dwan waren seine Haare kurz, allerdings...."



fällt dir was auf?^^


aber sonst kann ich nix sagen, weiter so hero

Choppie
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Do 20 Jun - 20:06

   
Hey Hiso. Smile

Die Story ist spannend, macht lust auf mehr.
Dein Schreibstil ist Flüssig und schön zu lesen, vorallem die Kampfszene hast du genial rüber gebracht. 
Rechtschreibfehler oder Grammatikfehler sind mir nicht aufgefallen. ^^

Alles ist 1A, sei ein braver Hiso und mach so weiter. Very Happy

Mfg. Choppi smile

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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Do 20 Jun - 20:53

   
Heyho Backe-Backe-Kuchenmann,
hab mir mal dein erstes Kapitel gegönnt und folgendes dazu zu sagen:

Zitat :
Die Holz Hütte, in der er sich befand, hatte lediglich zwei mögliche Eingänge
Schreibt man meines wissens nach zusammen, Holzhütte.

Zitat :
das große Fenster, das einen Ausblick auf den Wald bot, inmitten dessen das Haus erbaut worden war, und die Eingangstür.
Also irgendwie hört sich das komisch an um nicht zu sagen...grässlich (meine Meinung). Spontan fällt mir als Verbesserung nur: [...]in dessen Mitte das Haus erbaut worden war[...] ein, wobei das den Ort des hauses natürlich direkt auf die Mitte festlegen würde, wo es ja aber vllt garnicht steht (ich denke mal du verstehst was ich meine), oder [...]in dem es erbaut worden war[...].
Außerdem redest du am Anfang vom Satz von einer Hütte und ein paar Worte weiter von einem Haus...ich finde es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Hütte und Haus.

Zitat :
[...]jeweils eine schwarze, ausdruckslose Maske auf dem Kopf.
Ich nehme an sie tragen sie über dem Gesicht. Ich finde es hört sich besser an wenn du geschrieben hättest: "[...]jeweil eine schwarze, ausdruckslose Maske über dem Gesicht."

Zitat :
Doch am schönsten war das leuchtende, lebendige Rot von frischem Blut.
Ein kleiner Spritzer Blut schien sekundenlang in der Luft zu verharren, ehe er sich mit dem dreckigen Boden vermengte.
Mir gefällt dieses "Blut" so nah zweimal hintereinander nicht. Ich finde das zweite hättest du weglassen können, da klar ist was für ein Spritzer gemeint sein muss.

Zitat :
Die zwei Maskenmänner wichen hastig zurück, einer von ihnen befühlte seine blutverschmierte Maske, auf der im Stirn Bereich ein langer, dünner Schnitt klaffte.
Selbes Spiel wie oben, nur mit einem anderen Wort. Maskenmänner ist zwar ein schönes Wort, aber vielleicht hättest du sie lierber Schattenmänner oder Schatten genannt, dann würdest du nicht zweimal hintereinander Maske stehen haben. Ist vielleicht auch geschmackssache Smile 
Stirn Bereich gehört meiner Meinung nach zusammen: Stirnbereich

Zitat :
Das perfekte Poker Face eben.
Wie Az schon sagte, passt das irgendwie nicht richtig in deine Erzählung rein.

Zitat :
Sindra stand nun inmitten dreier grauenvoll zugerichteter Leichen, die in einem Meer aus Blut trieben.
"trieben"...hört sich für mich, in Verbindung mit dem Wort Meer so an, als ob sie da auf dem Fußboden rumschwimmen, weil so viel Blut geflossen ist. Gibt zwar ein lustiges Bild ab, aber ich glaube nicht das sie das wirklich tun. "[...]in einem Meer aus Blut lagen." wäre zwar weniger ausgefeilt, aber würde für mich mehr passen.

Zitat :
Seine schwarze Kutte trieb in dem Blutsee, achtlos kickte er sie zur Seite und verließ die Hütte.
Schon wieder dieses"treiben". Zusammen mit dem Treiben im Satz vorher finde ich das sowieso (wie oben bei "Maske") ein wenig viel herumgetreibe. Wie viel Glut ist denn da bitte geflossen das man darin schwimmen kann. Und du musst bedenken das es eine Holzhütte ist, da fließt das Blut sicherlich auch durch die Lücken in den Holzdielen ab^^

Zitat :
Er schwang sich auf den Sattel des Tieres und übte Druck auf dessen Seiten aus.
Entweder schwang er sich AUF den RÜCKEn des Tieres, oder IN den SATTEL des Tieres, aber nicht auf den Sattel des Tieres.

Zitat :
[...]quer über die Stirn zog sich eine schmale Narbe. Überhaupt zierten viele kleine Narben und verbrannte Stellen sein markantes Gesicht.
Hättest du vielleicht irgendwie verbinden sollen. Die Trennung seiner Gesichtsbeschreibung in zwei Sätze hemmt, meiner Meinug nach den Lesefluss.

Zitat :
[...]wir hätten dem Idioten von vor zwei Kilometer[...]
"von vor" finde ich stilistisch irgendwie überhaupt nicht ansprechend. Wie wärs mit:"[...]wenn wir dem Idioten den wir vor zwei Kilometern vor den Halbstarken gerettet haben, die Pferde abgenommen hätten, anstatt sie ihm zurückzugeben"

Zitat :
„Ja. Doch ich bin mir nicht sicher, ob in Geld oder in Blut.“
"mit"


So alles in allem finde ich die Geschichte aber wirklich gut. Dein Schreibstil ist klasse und man merkt das du schon länger schreibst. Also ich kann keine wirklich großen Mängel feststellen, es scheint alles in sich zu stimmen. Dein Ende macht Lust auf mehr und ich hoffe da kommt noch einiges :)Ich bin gespannt wie (und ob) du sich die drei Pfade kreuzen lässt.

mfG

Hisoka
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Sa 29 Jun - 0:12

   
Hier nun der zweite Teil, ich hoffe er wird euch gefallen. ^^

Kapitel 2: Blutige Maid

1.
Sie war einsam. Eine einsame junge Schönheit, gefangen in ihrem goldenen Käfig, dessen meterdicke Mauern sie umgaben und in die Einsamkeit zwangen.  Sie  lag rücklings auf ihrem Bett, die Augen in den Weiten des Nichts versunken, die Hände in den langen violetten Haaren verborgen. Yuina stutzte, erhob sich und stellte sich vor das Bett. Ihre Gedanken kreisten um ihren besten Freund Rys, die glücklichen Tage die sie mit ihm beim Spielen im Wald verbracht hatte. Wo er wohl nun war? Seit jenem Tag, hatte sie ihn nicht mehr gesehen. Niemanden gesehen.
Sie versenkte ihr Gesicht in der flachen Hand und seufzte leise. Ihr Martyrium schien tatsächlich kein Ende zu finden, und vermutlich würde sie sich auch noch in den nächsten vier Jahren in diesem Zimmer befinden und sich die Zeit mit düsteren Gedanken vertreiben. Sie schaute nach links, erkannte ihr eigenes trauriges Gesicht im Spiegel an der Wand. Wunderschöne, zarte Gesichtszüge, langes, glattes violettes Haar, ebenso violette Augen...ein eng zugeschnittenes schwarzes Oberteil ohne Ärmel, ein kurzer weißer Rock um die Hüften geschlungen.
Zwei dumpfe Schläge gegen die Tür rissen sie aus ihrer Lethargie, ihr Blick wanderte in die Mitte des Zimmers. Ihr Leibdiener (und Oberaufseher) betrat das Zimmer. Die Nase gerümpft, die Augen klein und zusammengekniffen. Nur noch wenige blonde Haare zierten den Kopf des Mannes, der ihr widerwillig einen Brief reichte.
„Für euch, Herrin. Natürlich haben wir den Inhalt des Briefes bereits auf seine Unbedenklichkeit überprüft.“
Sie nickte teilnahmslos und nahm den Brief entgegen.
Neugierig befühlte Yuina das gebleichte Papier. Es fühlte sich alt an, einige tiefe Falten zogen sich durch die Textzeilen. Wenig begeistert las sie die ersten Zeilen des Briefes. Ein Zucken durchlief ihren gesamten Körper, das sanfte Violett ihrer Augen machte einem dunklen Purpur Platz, sie zitterte.
„Herrin?“
Sie schwieg. Irritiert wandte sich der Diener gen Tür und den Blick ab. Als er sich zwischen Tür und Türrahmen befand, hielt er inne. Einen Moment lang spielte er mit dem Gedanken, sich umzudrehen. Doch eine innere Stimme warnte ihn, warnte ihn eindringlich, nicht zurück zu sehen. Er spürte zwei brennende Stiche im Rücken, die ihn voll und ganz durchdrangen. Er hustete nervös und verschwand in den Weiten des Korridors.
Yuina trat auf den Gang und nahm eine Katana, seit Jahren nur zur Zierde genutzt, von den Steinmauern ihres Anwesens. Stumm fuhr sie mit dem Zeigefinger über die Klinge und legte sie anschließend in ihre linke Hand.
Der Mond hatte seine höchste Position eingenommen, sein Schein verlieh ihr einen eigenartigen Glanz. Gedankenverloren starrte sie ihn an, dann festigte sich ihr Blick, ebenso wie der Griff um die Katana in ihrer Hand.

Es war eine ruhige, windlose Nacht. Gelangweilt hielt Donvan vor dem Anwesen Wache, mit dem Speer herumspielend. Schon seit Wochen hatte sich nichts mehr ereignet, nicht einmal ein Räuber hatte versucht in das Anwesen einzudringen, wie es einstmals der Fall gewesen war. Doch seit die Bestrafungen für dieses Vergehen so martialisch geworden waren, wagten nur noch wenige diese Tat. Er seufzte, eine solche Nacht ohne Schlaf zu ertragen, war schwer und mühsam. Wie sehr wünschte er sich, es würde etwas passieren...ganz egal was...
Ein eigenartiger unangenehmer Druck entstand an seinem Hals. Er sah an sich herunter und registrierte verblüfft wie sich 65cm blanken Stahls durch seinen Hals schoben. Donvan röchelte, spuckte krächzend Blut auf den steinernen Boden und ging in die Knie, während die Klinge wieder aus ihm heraus gezogen wurde. Ströme von glänzendem Rot flossen aus der  Wunde gen Straße, seine Sinne verschwammen zusehends. Die Welt um ihn herum geriet ins Wanken, nur schemenhaft nahm er eine zierliche Gestalt, mit wehenden violetten Haaren war, die an ihm vorbei lief und deren lange, bluttriefende Klinge sich im Mondlicht widerspiegelte.


2.
Sindra fuhr sich lächelnd durch das weiße Haar, er genoss den kleinen Ritt durch die Nacht.
Die Hütte mit den drei Leichen darin, lag nun mehrere Stunden hinter ihm, die Landschaft hatte sich stark verändert. Dunkle Tannen und der Mond wichen einer langsam aufgehenden Sonne und einer satt-grünen Wiese.
Längst hatte er sich seiner Rüstung entledigt, trug nur noch einen reich verzierten schwarzen Anzug, mit einer dazu passenden schwarzen Hose, um den Hals immer noch den blauen Umhang geschlungen.
Er stutzte als die ersten Hausdächer von Sakyr seine Blicke kreuzten. Einfache, kleine Häuser mit dunklen Ziegeldächern, samt und sonders von einem eindrucksvollen Anwesen überragt, das am Fuße eines kleinen Hügels stand. Dessen altmodisch gotische Architektur gefiel Sindra, er grinste. Vermutlich, weil dieses Gebäude der Grund seines Besuchs war.
Kurz vor dem Tor hielt er an und schwang sich vom Rücken seines Pferdes, das er achtlos auf der Straße stehen ließ. Er sah es noch einmal an und strich ihm sanft über die Stirn.
„Du warst ein gutes Tier. Danke.“
Ein Schatten fiel auf ihn. Er drehte sich um und bedachte den Fremden mit abschätzigen Blicken, dieser wiederum sah ihn missmutig an.
„Du hier. Ich dachte das sei erledigt.“
Sindra kannte diesen Hünen von einem Mann. Zwei Meter groß, kahl, enorm breite Arme, er trug ein schlichtes blaues Hemd und eine braune Hose. Novak war sein Name. Und er war ein Idiot.
„Denken gehört nicht unbedingt zu deinen Stärken wie man hört.“
Novak zuckte zusammen, doch er blieb ruhig.
„Menschen zu zerquetschen gehört eher zu meinen Stärken. Jene die man gegen dich sandte, waren Fliegen im Vergleich zu mir.“
Ein Funkeln trat in Sindras Augen, als er sein Schwert erhob.
„Dann hoffe ich, du bietest mir mehr als sie.“
Die Luft schien enzwei geteilt zu werden, als Novak seine Axt niedersausen ließ. Rasch wich Sindra  nach links aus und wollte das Schwert waagrecht in Novaks Brust rammen. Doch mit einer Geschwindigkeit, die diesem Giganten keiner zugetraut hätte, riss er die Axt wieder hoch und blockte den Schlag ab indem er das Schwert einfach zur Seite drückte, hob sie zum Hieb und riss sie eilig wieder herunter als Sindra die Deckung nutzen wollte und abermals gen Bauch hieb.
Eilig ging Sindra in die Knie und schlug nach Novaks Beinen, dieser sprang zur Seite und kam unsanft auf dem Boden auf.
„Ziemlich flink für diese Masse an Gewicht.“
Sindra grinste trat ein paar Schritte zurück um einem Hieb mit der Axt auszuweichen und vollführte einen enorm schnellen Hieb nach oben. Das Schwert durchtrennte Sehnen und Fleisch und schließlich fiel der rechte Arm des Hünen zu Boden. Blut strömte aus dem Stumpf der nun an Novaks Körper sichtbar war.
Novak spuckte Blut aus und legte die Axt in die andere Hand.
„Du verdammter Mistkerl...ich werde dich...“
Er holte aus, doch dann zögerte er für einen Moment. Mochten es Wut oder Erschöpfung sein...es besiegelte sein Schicksal. Zwei Gesichtshälften wurden gewaltsam auseinander gedrängt, eine lange Wunde klaffe vom Oberkörper bis hin zur Stirn. Es schien, als wolle Novak etwas sagen, doch selbst seine Stimmbänder waren durchtrennt. Und dennoch....ein letzter Satz entkam seinem Mund.
„Du kommst zu spät...er....ist nicht hier...“
Mit einem eindrucksvollen Krachen fiel der Riese zu Boden, Sindra starrte bereits in Richtung Landstraße. Er lachte höhnisch und steckte das Schwert zurück in die Halterung.
„Dann kommt ja nur.....Mevellin infrage.“

Sidari Yumanara
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Sa 29 Jun - 13:52

   
Hallihallöchen Hisoka Smile

sehr interessantes Kapitel erstmal^^ Die Beschreibung am Anfang gefällt mir sehr gut, bzw. der ganze erste Teil ist sehr schön geschrieben Very Happy

Beim zweiten teil, gefällt mir die Kampfszene wieder mal am besten, ich hoffe da kommt noch mehr Mad

Mach weiter so, ich freu mich aufs nächste Kapitel

lg dari smile

DreckscherAzzi
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Sa 29 Jun - 22:58

   
es gibt da paar kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind beim lesen^^

nr1:
"Irritiert wandte sich der Diener gen Tür und den Blick ab."

ich denke, das "sich" gehört hinter "der Diener". denn einzeln gestllt klingen die beiden taten komisch. was ich mein ist, naja^^ wie erklärt mans.
pflücken wir den satz mal auseinander: "Irriteirt wandte sich der Diener gen Tür." und: "Irritiert wandte der diener den blick ab." <- ich hab das sich weggelassen, weil es seltsam klingen würde und das war es worrauf ich hinaus will^^
so ist es, denke ich, besser: "irritiert wandte der Diener sich gen Tür und den Blick ab."


nr2:
"Ströme von glänzendem Rot flossen aus der  Wunde gen Straße, seine Sinne verschwammen zusehends."

zwischen "der" und "Wunde" ist ein leerzeichen zuviel Razz


nr3:
"Rasch wich Sindra  nach links aus und wollte das Schwert waagrecht in Novaks Brust rammen."

auch hier, zwischen "Sindra" und "nach" ist ein leerzeichen zuviel^^


nr4:
"Sindra grinste trat ein paar Schritte zurück um einem Hieb mit der Axt auszuweichen und vollführte einen enorm schnellen Hieb nach oben."

da fehlt ein komma nach "grinste"


nr5:
"Novak war sein Name. Und er war ein Idiot."

obowhl es dir offensichtlich darum ging, novak lächerlich zu machen, so finde ich, hast du es ziemlich episch beschrieben, der satz klingt einfach cool^^

soo ozur handlung: bis jetzt is noch nich soo viel passiert, außer sehr blutige kämpfe und die handlung is noch im aufbau^^ und wieviele handlunsstränge es noch werden, will ich garnet wissen :Dobwohl, doch, will ich^^

Hisoka
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Di 2 Jul - 6:44

   
And here is chapter Number three.^^ Diesmal länger als die beiden letzten Kapitel.

Kapitel 3: Die Rache soll unser sein

1.

„Sieh mal, schon wieder ein Soldaten Trupp.“
Dwain folgte dem Wink seines Gefährten und bedachte die vorbei marschierenden Soldaten abschätzig.
„Das sind keine regulären Truppen. Ist irgendeine Privatarmee. Keine Einheit der königlichen Armee hat derart verzierte Rüstungen.“
Tyrun nickte, kratzte sich am Hinterkopf während er beobachtete, wie die drei Krieger die Landstraße abliefen.
Dwain schlug ihm leicht auf die Schulter, ruckartig wandte dieser sich zu ihm um.
„Lass das, offene Neugier werten Soldaten gerne mal als Schuldeingeständnis. Auf jeden Fall würden wir durch eine Überprüfung viel Zeit verlieren, und ich will noch heute in Mevellin ankommen. Du doch sicher auch?“
„Ja....dieses Schwein von Gaukian soll bluten.“
Die Straße auf der sie gen Mevellin liefen, bot kaum Raum für einen Hinterhalt. Es war eine weite, gerade Straße, fast ausschließlich von Grasfeldern umgeben. Doch nun betraten die beiden etwas, das für alle Arten von Angriffen dienlich war....einen Wald.
Tiefbraune Baumstämme erhoben sich nun links und rechts von ihnen, der Waldrand war von Büschen und allerlei Gestrüpp bedeckt, die Straße mit Ästen und Blättern bedeckt.
Die Bäume reckten sich hoch gen Himmel, schufen ein Gefühl des Gefangen seins.
Die Äste gaben unter den Schritten der beiden nach, ein beständiger Klangteppich aus Rascheln, Krachen und Knacksen entfaltete sich allmählich.
„Nach dem Wald müsste ein Anwesen kommen. Da könnten wir uns Pferde besorgen.“
Tyrun lachte und deutete nach links.
„Du meinst dieses da?“
Lächelnd besah Dwain das kleine Anwesen, das sich mit seinem weißen Gestein und der Mauer stark von seiner Umgebung abhob.
„War wohl eher ein Wäldchen. Oder unsere Informationen stimmen nicht, denn der Wald scheint noch weiter zu gehen.“
Tyrun zuckte mit den Achseln, die Hände auf seine Schwertscheide gelegt.
„So oder so, hier werden wir bekommen was wir wollen.“

Still und leise bewegten sich Dwain und Tyrun hinter den Mauern des Anwesens, nach Pferden Ausschau haltend. Ein loser Stein  wurde unbeabsichtigt von Dwain gegen die Hauswand gekickt, beide hielten den Atem an und regten sich einen Moment lang nicht. Dann setzten sie ihre Erkundung fort, schlichen an Fenstern und Türen vorbei. Das Anwesen war aufgebaut wie der abgeschnittene Teil einer Mauer, ohne die geringste Biegung. Umso erstaunlicher, dass nirgends ein Stall zu sein schien, der die Pferde beherbergte.
Die beiden warfen lange Schatten auf die weiße Mauer, die Sonne stand hoch am Himmel und beschien ihre Gesichter.
Ein urplötzlich aufkommendes Schnauben riss sie aus ihren Gedankengängen, hastig folgten sie der Quelle des Geräuschs ein Stück weit in den Wald hinein. Sie schritten zunehmend bedächtiger durch das Unterholz, erspähten kurz darauf tatsächlich zwei Pferde, in einem kleinen Stall untergebracht, der unweit des Anwesens im Wald verborgen war.
Dwain lachte anerkennend, ein Grinsen umspielte seine Lippen.
„Gar nicht so dumm, die Tiere so tief im Wald zu verstecken. Aber ….“
Nur ein dünnes Pfeifen das die Luft durchdrang machte Dwain auf das Herannahen eines Dolches aufmerksam. Er ließ sich fallen und trat dem Mann, dessen Gesicht er noch nicht erkennen konnte, gegen das Schienbein. Dieser schrie leise und ging in die Knie, augenblicklich setzte Tyrun seine Klinge an den Hals des Mannes.
„Ganz ruhig guter Mann. Wir nehmen ihre Pferde und verschwinden wieder. Das nächste Dorf ist nicht weit, sie werden es schon schaffen.“
Der Mann wagte kaum zu blinzeln, seine Pupillen waren in Richtung des langen, blanken Stahls gerichtet, dessen kalte Spitze seinen Hals berührte.  Er schluckte nervös, suchte den Waldboden nach dem Dolch ab, den er fallengelassen hatte. Als er sich eingestehen musste, dass die Waffe verloren war, sah er Tyrun direkt in die Augen, eine Maske aus Trotz aufsetzend. Er war gut gekleidet, ein edles blaues Hemd und eine weiße Hose, die von einem Gürtel mit goldener Schnalle gehalten wurde. Die blonden Haare kurzgeschnitten, mit Ausnahme einer spitzen Strähne, die ihm quer über das linke Auge ins Gesicht fiel.
„D-das sind meine Pferde, ihr habt kein Recht sie zu nehmen.“
Dwain lachte und kniete sich auf den Boden, um auf Augenhöhe mit dem Mann zu sein.
„Ja, das mag sein, aber wir brauchen sie. Bis nach Mevellin sind es zu Fuß noch mindestens zwei Tage und so viel Zeit haben wir nicht mehr.“
„Das ist ein schwacher Trost.....diese Pferde, sie waren teuer.“
„Aber kein Preis ist uns zu hoch um unsere Rache zu bekommen. Wir sind hinter einem Betrüger her.“
Achselzuckend stand er wieder auf und kehrte dem Mann den Rücken zu.
„Aber das soll dich nicht weiter kümmern, mein Freund. Wir nehmen uns nun deine Pferde und du wirst uns nie wieder sehen“
Der Mann sah zu Boden, scharte mit den Füßen im Dreck und zitterte. Tyrun tippte Dwain auf die Schultern, dieser sah den Mann verwirrt an.
„Was haben sie? Ich sagte doch, wir tun ihnen nichts.“
Mehr und mehr beschlich Dwain das Gefühl, die Angst die diesen Mann befallen hatte, wurde nicht von ihnen verursacht. Die Stille im Wald bekam mehr und mehr etwas bedrückendes.
„Woher diese Angst?“
Zögerlich setzte der Mann zu Sprechen an, wagte es aber nach wie vor nicht, den beiden ins Gesicht zu sehen.
„Wenn ihr diese Pferde mit euch nehmt, bin ich des Todes. Ich verwalte sie seit einigen Wochen für einen Freund...er kann sehr grausam werden, wenn man schlecht mit seinem Eigentum umgeht. Der Lord Gaukian ist...“
Gleich einem Blitz raste Tyruns Arm heran und griff den Mann am Hals, mühelos hob er ihn hoch, die Augen weit aufgerissen, das Schwert  zum Hieb bereit.
„Du kennst ihn? Deine Angst war berechtigt!“
Dwain klopfte Tyrun beruhigend auf die Schulter und rieb sich das Kinn, während er den verängstigten Mann anstarrte.
„Wie ist dein Verhältnis zu ihm? Ist er ein guter Freund?“
Zitternd und stammelnd antwortete der Mann:
„N-nein, er kam vor einigen Wochen hier vorbei u-und überließ mir die Pferde....allerdings meinte er, er würde sich all mein Hab und Gut aneignen wenn ich sie verlöre...ich verstand das nicht...“
„Ein gerissener Mistkerl ist er. Sicherlich wären bald einige Räuber vorbeigekommen, hätten die Pferde geraubt und ihr das Anwesen sowieso verloren. Vermutlich würden sie dich auch töten...dein Schicksal scheint besiegelt.“
„Nehmt mich mit, ich bitte euch....ohne die Pferde ist mein Leben verwirkt!“
Tyrun sah Dwain fragend an, Zweifel lagen in seinem Blick.
„Was nun? Ich weiß nicht was wir mit diesem Klotz am Bein anfangen sollen.“
„Nun, wir könnten Gaukian eine Falle stellen.“
„Aber die beiden kennen sich doch nur flüchtig, oder nicht?“
„Das ist richtig, aber dennoch kennt Gaukian ihn und wird auf sein Erscheinen reagieren.“
Tyrun nickte.
„Nun gut...“
Grübelnd ließ er den Mann los, der etwas unsanft auf dem Boden aufkam. Sofort kroch er zu Dwain und warf sich vor dessen Füße.
„Ich danke euch, ihr rettet mich!“
Dwains Lächeln wurde kalt, sein Blick gleichültig und leer.
„Danke uns nicht. Wir werden dich als Köder nutzen...es ist fraglich ob du das überlebst. Übrigens...wie sollen wir dich nennen?“
„Vardan ist mein Name....Vardan von...“
„Wir brauchen keine adeligen Zusätze. Du...“
Verwirrt hielt Dwain inne. Seit ihrer Ankunft war es nicht besonders geräuschvoll gewesen, bis auf das Rascheln einiger sich durchs Unterholz bewegenden Tiere hatten sie nichts gehört. Es war normal, dass sich die Bewohner des Waldes vor ihren Blicken verbargen. Doch nun war absolut nichts mehr zu hören. Eine absolute, erdrückende Stille lastete wie Blei auf den dreien.
Tyrun hob eine Augenbraue, seine Blicke flogen hektisch umher, er packte den Griff seines Schwertes fester.
„Ich glaube wir sollten....“
Wie aus dem Nichts schoss eine kleine Axt aus dem Wald direkt auf Tyrun zu und grub sich vor den entsetzten Augen Vardans direkt in Tyruns Brust, der zurück taumelte und schließlich fiel. Eine Gestalt löste sich aus den Schatten und rannte auf Dwain zu. Vardan erkannte andeutungsweise eine mittelgroße Gestalt, schwarzes Hemd, Ansätze einer billigen, schartigen Rüstung,rote Tattoos auf dem Gesicht, in wirren Mustern.
Dwain riss das Schwert nach oben um den Hieb seines Gegners abzuwehren, tauchte unter ihm hindurch und rammte ihn mit dem Ellbogen gegen die Kehle. Ein schneller Hieb hätte den Kampf beenden sollen, doch trotz seiner Rüstung machte der Angreifer einen Rückwärts Salto und entkam dem Tod noch einmal. Wütend biss sich Dwain auf die Lippen und ging erneut in Verteidigungs Position.
„Das ist einer von seinen Leuten...Mistkerl.“
Der Attentäter lachte, ein Lichtblitz flackerte auf, Dwain rannte schnell zur Seite und entkam nur knapp einem Dolch, der direkt an ihm vorbei flog und sich in die Rinde eines Baumes bohrte.
Nun ergriff Dwain die Initiative, machte einen Satz nach vorne und hieb gegen das Gesicht des Mannes, der jedoch blitzartig seine Arme hoch riss, aus der zwei klingen ragten, mit der er den Angriff abwehrte. Ein unangenehmer Klang kündete erneut vom Aufeinandertreffen von Stahl auf Stahl. Ein Hieb nach unten, links, rechts, hoch, ausweichen, zurück weichen. Der ungleiche Kampf zwischen Schwert und Armklingen verlief zunehmend ungünstig für Dwain, dem es zunehmend schwerer fiel, die blitzartigen Angriffe abzuwehren. Der Kehle des Angreifers entkam ein höhnisches Lachen, Sekunden bevor sich von hinten ein Schwert in seinen Kopf senkte und erst unten an der Kehle seinen blutigen Weg beendete. Tyrun zog das Schwert mit einem widerwärtigen Schmatzen aus dem blutverschmierten Körper des Mannes und wischte die Klinge an dessen Hemd ab. Er selbst schien unversehrt zu sein, amüsiert bemerkte er die verwirrten Blicke Vardans.
„Ich bin besser gepanzert als es scheint. Nur der Rückstoß hat mich kurz ziemlich mitgenommen.“
Vardan blinzelte verwirrt, erst einige Sekunden später bemerkte er, dass die beiden bereits auf ihren Pferden saßen...Gaukians Pferden.
„Das war nur ein Nachzügler von Gaukians Horde. Dein Killer Trupp ist sicher bereits unterwegs, aber wenn du hierbleiben möchtest....“
Vardan schüttelte heftig den Kopf und schwang sich hinter Dwain auf eines der beiden Pferde.
Dieser lächelte und nahm die Zügel in die Hand.
„Los geht’s. Mit Pferden sind wir spätestens in ein paar Stunden in Mevellin."

2.

Blut. Fleisch. Durchtrennte Sehnen, zerschmetterte Knochen, Schreie, Weinen und überall das wundervolle, rote, glänzende Blut. Er sah vergangene Zeiten vor sich, sich selbst, wie er durch ein Flammenmeer schritt, die Klinge rot gefärbt von all dem vergossenen Lebenssaft, Leichen wohin er auch blickte. Sah, wie seine Klinge einem Mann den Schädel spaltete, einem anderen die Arme abtrennte.  Seine Augen leuchteten nun in demselben satten, tiefen Rot und er grinste boshaft, während er auf dem Rücken seines Pferdes endlich durch die Straßen der großen Hafenstadt Mevellin ritt, die er vor einer halben Stunde erreicht hatte. Links und rechts von ihm befanden sich alte Werkhäuser, allesamt weiß gestrichen, mit außen sichtbaren Holzbalken. Ein Stil der ihm nicht im geringsten gefiel. Doch dann lichteten sich die Häuserreihen und er ritt auf den großen, mit Marmor ausgekleideten Marktplatz, mit der zwei Mann hohen Eisenstatue eines Segelschiffes im Zentrum. Genüsslich sog er mit der Nase die kühle Meeresbrise ein und nahm die vollkommen veränderte Architektur wahr. Nun dominierten Villen und Häuser im antiken Stil das Bild, mit prachtvollen Verzierungen und Ornamenten. Der eigentliche Markt erstreckte sich von der Südseite der Statue bis hin zu einer Straße, die direkt zum Hafen führte, zahlreiche Menschen tummelten sich zwischen den weitläufigen Ständen. Sindra befand sich nun auf der Nordseite des Platzes, als er anhielt und vom Pferd stieg. Noch ehe er sich bemerkbar machen konnte, hastete ein junger Mann mit haselnussbraunem Haar an seine Seite. Er war einfach aber ordentlich gekleidet und schien hochmotiviert.
„Sir, willkommen in Mevellin, dem Stern des Südmeeres! Darf ich ihnen ihr Pferd zu unserem Stall geleiten? Er steht gleich dort hinten und ist Teil des besten Hotels am Platze!“
Sindra lachte, selbst seine permanente Gier nach Kampf und Blut vermochte nicht zu verhindern, dass er den überschäumenden Eifer des Jungen als angenehm empfand.
„Nun....ja, tu das. Ich nehme ein Zimmer für zwei Tage, auf den Namen Sindra Vooras.“
Der Junge nickte, nahm das Pferd am Zügel und führte es langsam in Richtung des erwähnten Hotels. Sindra sah ihm einen Moment lang zu, dann wandte er sich in die entgegengesetzte Richtung.
Er konnte nur ansatzweise ahnen, wo sein Feind sein mochte. Der Hafen erschien ihm als guter Ausgangspunkt seiner Suche. Achtlos lief er an den zahlreichen Marktständen vorbei, ignorierte die Rufe der Marktleute, die ihre Waren anpriesen und das Gefeilsche der Käufer. Die saubere Luft der Nordseite des Platzes war einem unangenehmem Dunst aus Schweiß, Salz und Fisch gewichen. Er verzog unwirsch die Nase und lief zunehmend schneller in die schmale Straße Richtung Hafen.
Wenige Minuten später betrachtete er einen einlaufenden Frachter und erholte sich allmählich vom strengen Geruch des Marktes. Kurz darauf fand er was er suchte, eine alte, relativ heruntergekommene Bar, die so gar nicht zu den zahlreichen Anwesen in der Umgebung des Hafens passen wollte. Zwischen zwei steinernen Lagerhallen eingepfercht, lag sie dort, die „Urkruste“. Er drückte die Tür, die mit einem leisen Knarzen nachgab und trat ein in eine andere Welt.

Sidari Yumanara
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Do 4 Jul - 19:15

   
Hey Hiso^^

Tut mir leid dass es so lange gedauert hat^^ Aber ich habs jetzt endlich geschafft fertig zu lesen...
Viel passiert ist im großen und Ganzen ja nicht, aber so muss das ja auch mal sein^^
Den Kampf fand ich wie immer sehr nett beschrieben und auch den Rest hast du gut hinbekommen.

Allerdings möcht ich trotzdem noch etwas anmerken...

Zitat :
„Was haben sie? Ich sagte doch, wir tun ihnen nichts.“

Hab ich was verpasst oder seit wann schreibt man sie und ihnen klein wenn man eine Person damit meint??

Zitat :
„Ich danke euch, ihr rettet mich!“

Daran ist nichts falsch, aber mich stört irgendwie das "ihr rettet mich!" da würde sowas wie "ihr rettet mir damit das Leben" oder "ihr werdet es nicht bereuen." besser passen (meiner Meinung nach^^)

Zitat :
Nun ergriff Dwain die Initiative, machte einen Satz nach vorne und hieb gegen das Gesicht des Mannes, der jedoch blitzartig seine Arme hoch riss, aus der zwei klingen ragten, mit der er den Angriff abwehrte.

Klingen schreibt man groß Razz

Das Ende ist wieder schön spannend geschrieben^^ Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel Smile

lg dari

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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Mi 10 Jul - 4:55

   
alsooo, ich hab grade eben ausversehn meinen ganzen text gelöscht -.- deshalb werd ich mich jetzt kurzfassen...... Zorro 

ab und zu ein paar kommas vergessen und einmal eine leerzeile zuviel, so kleine flüchtigkeitsfehler sind mir aufgefallen, aber auf die möchte ich nicht weiter eingehen, also kommen wir zum inhaltlichen.....

im ersten teil gefällt mir alles sehr gut. dwain und tyrun bekommen unerwarteten besuch, welcher sich noch als ziemlich nützlich erweisen wird. sowas gefällt mir, ich mag es einfach, wenn alles gewissermaßen miteinander verknüpft ist.
allerdings^^

„Aber kein Preis ist uns zu hoch um unsere Rache zu bekommen. Wir sind hinter einem Betrüger her.“

also, meiner meinung nach ist rache kein besonders edles motiv, auch nicht um es so beiläufig zu erwähnen. ich hätte es cooler gefunden, wenn die beiden das vo einem fremden lieber für sich behalten. das klingt fast schon so, als würden sie damit prahlen. zum anderen, "betrüger" klingt nicht wirklich schlimm^^ zumindest nicht so schlimm, dass man nach rache dürstet und mordet auf dem weg zu ihm.

als nächstes die kampfszene:

"Dwain riss das Schwert nach oben um den Hieb seines Gegners abzuwehren, tauchte unter ihm hindurch und rammte ihn mit dem Ellbogen gegen die Kehle. Ein schneller Hieb hätte den Kampf beenden sollen, doch trotz seiner Rüstung machte der Angreifer einen Rückwärts Salto und entkam dem Tod noch einmal."

also, sieht ganz danach aus, als wäre dwain frontal angegriffen wurden und dann durch seine beine hindurchgetaucht, sodass er jetzt in sienem rücken steht. aber wenn er hinter dem angreifer steht, wie soll er ihm dann in die kehle schlagen?? zudem ist der rückwärtssalto des feindes zwar ein durchaus spektakuläres ausweichmanöver, aber schlecht umsetzbar, wenn dwain noch hinter ihm steht^^
dann wäre da noch die sache mit tyrus. ich hab ihn wohl zu früh abgeschrieben^^
ich würde an deiner stelle die charas aber nicht zu oft in so eine situation bringen, also wo sie erst lebensgefährlich verletzt werden und im nächsten moment wieder kämpfen. ab und zu ist es ok, aber lass sie lieber ihre reflexe trainieren, sonst erscheinen sie irgendwann zu übermächtig.

zum zweiten teil: der ist wirklich schön geschrieben. nur leider hört zu er schnell auch schon auf, nachdem sindra die bar betreten hat. es passiert einfach zu wenig in diesem teil finde ich. es hätte überhaupt nicht im lesefluss gestört, wenn du es etwas länger geschrieben hättest, vllt bis zur nächsten auseinandersetzung von sindra. aufjeden wäre etwas mehr handlung in diesem teil ok gewesen^^

soo, ich hoffe, du kannst was damit anfangen Smile

Hisoka
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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Do 1 Aug - 12:15

   
In der Hoffnung es möge vor euren Augen Gnade finden:

Kapitel 4: Zwei Gesichter

1.

Yuina schluckte, als sie sich ein weiteres Mal bewusst machte, was sie getan hatte. Die Flucht aus dem Käfig, der ihr Leben in den letzten Jahren bestimmt und sie an sich gefesselt hatte. Der Mord an einem Wachmann, der sich ihr in den Weg stellte. Doch mittlerweile waren ihre Augen frei vom trüben Glanz der Tage davor und sie in der Lage, klar zu denken. Die Katana geschickt im Kleid verborgen, wirkte sie wie eine ganz normale junge Frau. Wenngleich es gewiss nicht normal war, dass eine Frau sich allein auf Reisen begab, noch dazu zu Fuß. Interessiert betrachtete sie die sich stetig verändernde Landschaft. Akazien säumten die Landstraße auf der sie lief, sie waren von allerlei Büschen eingerahmt. Die Sonne stand hoch am Himmel, schickte ihre Strahlen auf die Erde hinab und beschien Yuinas Gesicht. Sie atmete immer wieder tief ein, um auch nichts von der frischen Luft zu versäumen, die ihr jahrelang verwehrt geblieben war. Ihr anfangs schlafwandlerischer Gang entsprach nun einem freudigen laufen. All die Finsternis die ihre Gedanken befallen hatte war gewichen. Dennoch war sie sich bewusst, dass das nicht so bleiben würde. Sie dachte an das was man ihr angetan hatte und an das große warum.....und die kalte Wut befiel sie für einen Moment lang erneut. Lügen, Eigennutz, Furcht, all diese negativen Eigenschaften kannte sie nun, da sie um die Wahrheit wusste, besser denn je.
Sie hob neugierig den Kopf, als ein Lachen sie aus ihren Gedanken riss. Etwas abseits der Straße, im tiefen Gras, stand ein Mann und streichelte den Kopf seines prachtvollen Pferdes. Der Mann hatte langes blondes Haar, ein angenehm sanftes Gesicht und trug tatsächlich eine vollständige Plattenrüstung. Yuina überlegte einen Moment lang,dann rannte sie in das Feld hinein.
Als der Mann sie auf sich zukommen sah hob er eine Augenbraue, während er gleichzeitig zu einem Lächeln ansetzte.
„Was kann ich für euch tun, holde Maid?“
Seine Stimme war weich und dennoch tief, sie klang freundlich und hilfsbereit.
Yuina griff seine Hand und sank auf die Knie, ihre Augen glänzten.
„Ich bitte euch, eine Gruppe von Soldaten verfolgt mich!“
„Was könnte eine solche Schönheit getan haben, dass sie von Kriegern verfolgt wird?“
Sie hob ihr Gesicht, Tränen liefen ihre Wange herab, sie zitterte.
„Ich habe nichts getan! Ich weiß nicht was diese Menschen von mir wollen, aber ich brauche eure Hilfe!“
Er sah sie prüfend an, dann wies er auf den Sattel seines Pferdes.
„Also gut, ich werde dich ein Stück weit mitnehmen. Allerdings werde ich keinen Umweg machen können, sondern direkt nach Mevellin reiten.“
„Mevellin, d-das ist doch nicht weit oder?“
„Nein, ihr werdet von dort aus bequem dorthin kommen wohin ihr....wohin wollt ihr eigentlich?“
Yuina zuckte merklich zusammen, ihre Augen erschienen mit einem Mal wieder vollkommen leer.
„Ich....ich...ich muss auch nach Mevellin.“
„Nun, es ist ja auch die nächste richtige Stadt, ihr macht sicherlich nichts falsch wenn ihr sie als Ziel erwählt.“
Sie nickte, kurz darauf schwang er sich auf den Sattel und bot ihr die Hand an, um sie hoch zu ziehen. Sie griff seine Hand und mit einem Ruck zog er sie auf den Sattel.
„Dann lasst uns von hier verschwinden Miss. Wie ist euer Name?“
„Sonea...und eurer?“
Er lächelte und nahm die Zügel in die Hand.
„Ihr könnt mich Elven nennen.“

Stunden später saß sie immer noch auf dem Rücken des Pferdes, das durch die hereingebrochene Nacht galoppierte, den Kopf an den Rücken ihres Ritters auf dem weißen Pferd gelehnt.
Sie dachte an den Brief, der etwas in ihr derart aufgerüttelt hatte, das ihr Verstand aussetzte und sie floh.

Liebe Yuina,

Der Frühling ist die schönste Jahreszeit. Doch Regenfall, vor allem gänzlich unerwarteter, kann die Freude trüben. Nicht immer aber ist das Wetter schuld an unserer Trauer. Das goldene Band bleibt überdies immer bestehen, es wurde bis heute nie zerrissen. Es lag im Dreck des vom Regen aufgeweichten Bodens, doch nicht der Regen hat es in den Dreck geworfen. Vor allem wenn er wie du, mitnichten nur Regen ist, sondern auch Sonne. Die Sonne an ihrem höchsten Punkt.
Am wichtigsten aber ist, was ich schon sagte: Das goldene Band wurde von Blättern und Schmutz verdeckt, doch es ist unversehrt.

Xxx

Erneut befiel sie eine finstere, kalte Wut, als sie an diese Zeilen und ihre für sie so große Bedeutung dachte. Zugleich wurde sie von einer Woge der Emotionen überschwemmt, von denen sie kaum eine wirklich zuordnen konnte. Sie löste sich von Elvens Schulter und fasste sich an der Stirn. Sie spürte ein Pochen, ein Hämmern, irgendetwas wollte aus ihr heraus. Eine tief verborgene Emotion. Eine gefährliche Emotion.
Ruckartig wurde sie sich ihrer Naivität bewusst. Wie konnte sie einfach so mit einem Fremden mitgehen? Welcher Wahn hatte ihren Verstand vernebelt? Womöglich war dieser Mann ein Räuber und würde sie bei der nächstbesten Haltemöglichkeit vergewaltigen und anschließend brutal ermorden.
„Runter.“
Elven drehte sich um.
„Was?“
Ihre Pupillen nahmen ein tiefes Purpur an, blitzartig fasste sie sich unters Kleid und griff nach ihrer Katana.
„Lass mich runter!!“
Verwirrt hielt Elven sein Pferd an, ohne zu zögern sprang Yuina von dessen Rücken.
„Es sind zu Fuß noch mindestens drei Stunden bis nach Mevellin, ihr wollt doch nicht...“
Mit einer Handbewegung zog sie das Katana aus seiner Scheide hieb damit nach Elvens Hand. Ein Schrei fiel und das abgetrennte Körperteil vermengte sich mit dem Dreck auf dem Boden .
Elven fiel von seinem Pferd, kam unsanft auf der Straße auf.
„Du kleine...“
Ehe er sich mit seiner schweren Rüstung erheben konnte, trat Yuina ihm ihren Fuß ins Gesicht und schwang sich erneut auf das Pferd.
„Das ist jetzt meins. Leb wohl.“
Elvens schönes Gesicht entglitt vollkommen und kurz bevor Yuina ihn hinter sich ließ, nahm sie etwas wahr. Eine abscheuliche Fratze, derart triefend vor Bosheit, das sie in jedem anderen geistigen Zustand zusammengebrochen wäre. Doch die kämpfende Yuina schien aus anderem Holz geschnitzt. Ungerührt ritt sie die Straße entlang in Richtung Mevellin.


2.

Endlich. Nach vielen Tagen, in denen ihr Vorankommen eher gering gewesen war, erreichten Dwain und Tyrun endlich Mevellin. Schon von weitem erkannten sie die die Stadt umspannende Steinmauer, und die Dächer der prächtigen Villen dieser an Luxus reichen Stadt. Vardan betrachtete die Fassaden der näher kommenden Häuser und sog die frische Meeresluft ein. Sein letzter Besuch in Mevellin lag lange zurück, dennoch hatte sich die wohl schönste Stadt des Südteils des Kontinents kaum verändert. Die Mauer, vor einer Stunde noch recht unbedeutend wirkend, ragte nun hoch über ihnen auf und warf ihre langen Schatten . Kurz vor dem Tor hielten Dwain und Tyrun ihre Pferde an, ein Wachsoldat kam zu ihnen herüber. Der Harnisch glänzte, die Schulterplatten ebenfalls. Die gesamte Rüstung schien aus allerbestem Material geschmiedet zu sein, typisch für eine derart reiche Stadt.
„Name ?“
„Dwain Awrin, Tyrun Mervor und Vardan von Dunkelwald.“
Vardan hob irritiert eine Augenbraue, auch der Wachmann schien verwirrt.
„Von Dunkelwald? Ein eigenartiger Name für einen Mann von Adel.“
„Nun, es ist auch eher Provinzadel.“
Der Mann zuckte mit den Achseln.
„Wie auch immer. Ihr könnt rein, aber ich sehe ein wenig Blut auf eurer Kleidung...wagt es Ärger zu machen und ihr verliert schneller euren Kopf als euch lieb sein kann.“
Dwain lächelte und winkte langsam ab.
„Aber nein, wir hatten nur einen unerfreulichen Zwischenfall mit einer Gruppe Banditen.“
„Hm, nun gut.“
Langsam ritten Dwain und Tyrun durch das Tor in die trotz der frühen Morgenstunde bereits hellwache Stadt.
„Vardan, kennst du dich hier ein wenig aus? Es wäre von Vorteil wenn wir unsere Pferde unterstellen könnten.“
Vardan ließ seinen Blick ein wenig schweifen, ein zaghaftes Nicken folgte.
„Nun...ja. Es ist zumindest so, dass die guten Hotels sich in der Regel rund um den Marktplatz herum befinden.“
„Wie kommen wir zum Marktplatz?“
„Nun, diese Straße da...“ er wies auf eine kleine Straße, direkt vor den dreien „...führt direkt zum Platz.“
Dwain nickte und ritt weiter in Richtung Marktplatz, während Tyrun die Passanten beobachtete, die sie neugierig mit ihren Blicken verfolgten.
„Hey Dwain...die beobachten uns.“
„Lass sie. Wir sind Fremde, es ist vollkommen normal dass wir beobachtet werden.“
„Mir ist das aber nicht geheuer. Es ist nicht gut, wenn sich so viele unser Gesicht merken.“
„Das stimmt wohl. Lass uns einen Zahn zulegen.“
Während die drei nun durch die Markstraße galoppierten rasten zahlreiche Wohnhäuser und Geschäfte an ihnen vorbei, wie auch schemenhafte Gestalten, die wohl Menschen sein mochten, die ihnen hinterher sahen. Nach recht kurzer Zeit ritten sie auf den weiten, offenen Platz und hielten an, nun umgeben von edlen Villen, stehend auf Fußboden Platten aus reinem Marmor. Alle drei schwangen sich nun von ihren Pferden und kamen elegant auf dem glatten Boden auf. Vardan klopfte seinen Mantel ab, während Tyrun die Arme ausbreitete und lachte.
„Endlich! Nach einem Monat Reisen habe ich schon fast nicht mehr damit gerechnet, das hier jemals zu sehen.“
„Nun gilt es nur noch Gaukian zu finden.“
Vardan ließ von seinem Mantel ab und starrte Dwain fragend an.
„Was habt ihr denn nun mit ihm vor?“
Dwain lächelte grimmig, die Hand auf den Knauf seines Schwertes gestützt.
„Da gibt es nicht viele Möglichkeiten, fürchte ich.“
Der Adelige schluckte, versenkte die Hände in den Hosentaschen und sah betreten zu Boden.
Es war ihm sichtlich unangenehm, in derartige Pläne eingeweiht zu werden.
„Es scheint dass der junge Mann dort drüben bereits einen anderen gefunden hat, dem er sein Hotel anpreisen kann. Wir werden uns selbst etwas suchen müssen.“
Dwain packte das Pferd am Zügel und sah sich um.
„Das kann eine Weile dauern....“


3.

„Das langweilt mich allmählich. Lass das.“
Gelangweilt winkte Gaukian den Harlekin zur Seite. Mit vollkommen ausdruckslosem Gesicht erhob er sich von seinem Stuhl und betrachtete den hilflosen Mann, der mit den Armen und Beinen an einer Zielscheibe angekettet worden war. Wange, Bauch und das linke Bein bedeckt von klaffenden Wunden, aus denen immer noch Blut austrat, in jeder von ihnen stak ein Dolch. Die Haut rissig und stark von einigen übelriechenden Flüssigkeiten angegriffen, deren ehemalige Behältnisse auf dem Boden verstreut waren.
Der Harlekin befreite den Mann, dieser torkelte zitternd bis zu Gaukian und fiel vor ihm zu Boden.
„Ich...nicht....verraten...“
Gaukian hob in einer gespielt theatralischen Art und Weise die Arme und verdrehte die Augen.
„Wen interessiert das denn jetzt noch? Langweile oder nicht Langeweile , das ist hier die Frage...hm, das ist gut, schreib das auf.“
Hastig notierte der Harlekin die Worte seines Herrn, der zunehmend missmutiger auf die Gestalt zu seinen Füßen herabsah.
„Bitte.....Schmerzen...“
Entnervt verlor Gaukian einen Moment lang die Beherrschung. Er hob sein rechtes Bein über das Gesicht des Mannes....und senkte es schnell und hart wieder. Und wieder. Und wieder. Blut und Hautfetzen bedeckten seine Schuhe, einige Tropfen waren bis zu seiner Stirn gelangt.
„Harlekin!“
Der Harlekin eilte mit panischem Gesicht herbei, kniete nieder und begann damit, seinem Herrn die widerwärtige Mischung von dessen Schuhen zu lecken.
„Und bereitet endlich alles vor, damit ich noch morgen Abend meine Vorstellung geben kann.“

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BeitragThema: Re: Queen x King (Fantasy, 4/?)   Fr 9 Aug - 2:34

   
Huhu Hiso Smile

Ich weiß immernoch nicht, warum dein neues Kapi so im Forum untergegangen ist, der warum ich es sonst nicht bemerkt habe aber ich hoffe es ist noch nicht zu spät für einen kurzen Kommi Razz

Also erstmal finde ich es ja ganz schön dass du mehrere Personen in einem Kapitel zeigst, aber ich glaube du solltest das nicht zu oft machen. 2 "Ortswechsel" waren bis jetzt immer schön zu lesen und den 3. im jetzigen Kapitel konnte man dank der Kürze auch noch vertragen, aber es sollte wirklich nicht länger werden, sonst kommt man irgendwann nicht mehr mit^^ (Ich hoffe du verstehst was ich meine, ist jetzt vielleicht etwas blöd ausgedrückt :/)

Zur Story:
Yuina ist ja mal krass drauf Very Happy
Anstatt abzusteigen und ihn erstmal nur zu bedrohen hackt sie ihm gleich die Hand ab :O Also ihr würde ich nachts auch ungerne über den Weg laufen o.O Das mit dem Brief finde ich aber ganz interessant, ich musste ihn zwar mehrmals durchlesen und hab ihn jetzt immer noch nicht ganz verstanden, aber ich bin gespannt darauf was dahinter steckt^^

Der Abschnitt mit Dwain und Co. war auch ganz schön geschrieben, auch wenn nicht sonderlich viel passiert ist.

Den Schluss finde ich aber wieder echt gut Very Happy
Zitat :
Der Harlekin eilte mit panischem Gesicht herbei, kniete nieder und begann damit, seinem Herrn die widerwärtige Mischung von dessen Schuhen zu lecken.
Allein schon die Vorstellung o.Ô Widerwärtig und grandios zugleich xD

Naja ich hoffe du bekommst noch ein paar Kommentare und lässt dich nicht entmutigen weiterzuschreiben Razz

lg dari smile



 

Schnellantwort auf: Queen x King (Fantasy, 4/?)

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