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Eustass Captain Kid
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BeitragThema: Das Leid an der Wurzel der Willkür   Mi 2 Jul - 16:38

   
Folgendes ist eine Widmung an meinen Mentor Hisoka, welcher mich dazu bewegte ein neues Terrain zu betreten und
einem völlig neuen Szenario Einlass in diese Dimension zu gewähren.
Der Konsum ist lediglich Leuten/Usern zu gewähren, die die Volljährigkeit bereits passierten.

Los geht's!



1.Kapitel - Die Krise inmitten von Scheinmoralität

Wir schreiben das Jahr 2073. Die neue Weltmacht Japan marschiert in die USA ein. Eine eiserne Invasion um ihre Hegemonie aufrecht zu erhalten.
Eine Gruppe amerikanischer Flüchtlinge sucht gerade nach einem Unterschlupf für die Nacht.

Es wurde allmählich Dunkel, als sie noch immer danach Bemüht waren, einen sicheren Ort ausfindig zu machen. Sakura, eine junge Frau mit schulterlangem, kastanienbraunem Haar bückte sich. Eine bereits geöffnete Dose Mineralwasser lag auf dem unsauber verputzten Boden.
"Dersim, du musst unbedingt etwas trinken. Du hast seit gestern Mittag nichts mehr getrunken. Dersim, bitte. Sakura schüttelte ihren schweigenden Bruder, der verträumt iin den bewölkten Himmel starrte. Eine weitere Person trat von einem Müllcontainer weg. Eine unscheinbare Gestalt von zierlicher Statur und abgemargertem Gesicht drückte eine weiße Plastiktüte an seine Brust.

"Hast du etwas gefunden Phil?" Sakura starrte ihren Bruder erwartungsvoll an, wohwissend das es sich gleichwohl um verdorbene Lebensmittel handeln könnte.

Phil lächelte über das ganze Gesicht. Seine, mit Schmutz versehenen Wangen verzogen sich und Freude überkam seine triste Präsenz.
"Eine ungeöffnete Konservendose mit Erbsen, etwas Obst, leider beschädigt und letzlich eine Keksdose ohne Inhalt. Wie geht es Dersim? "

Sakura nahm schweigend die Tüte entgegen, während Phil seinen Arm über seinen abgemagerten Bruder legte, um diesem hochzuhelfen. Zusammen trapten sie die kühle Nebengasse entlang, schauten sich durchgehend nach essbaren um und fanden schließlich nach einer halben Ewigkeit ein halb zerstörtes Appartement am Stadtrand. Das Dach war größtenteils durchlöchert, ebenso die Wände und es roch stark nach dem Qualm von Artilleriegeschossen.
Sakura öffnete ihren zerschlissenen Rucksack, den sie von ihrem Rücken nahm. Sie kramte etwas und holte schließlich eine dünne Decke hervor, die sie auf dem Boden auslegte. Phil legte seinen Bruder auf die Decke und setze sich neben jenen. Er nahm die Dose Mineralwasser, die Sakura in der Gasse fand und öffnete sie. Leicht angewinkelt, hielt er sie an Dersims Mund, welcher regungslos das Wasser seinen Mund füllen ließ, anscheinend unfähig dieses zu schlucken. Er keuchte und würgte. Phil klopfte ihm einige Male an die Schulter, woraufhin Dersim sich wieder hinlegte und die Augen schloss. Sakura kauerte an einer Öffnung, die vermutlich durch einen Luftangriff entstand. Aufmerksam lauschte sie dem Schusswechsel auf der Hauptstraße und zählte flüsternd die Sekunden bis die Stille überkam und nur noch die Dieselmotoren des Militärkonvois zu hören waren. Sie ließ von der Wand ab und setzte sich neben ihren Bruder, strich über dessen kupferfarbenen Strähnen und küsste ihm auf die Stirn
Phil bewunderte seine grosse Schwester stets. Sie war eine starke, attraktive Frau. Zielstrebig und verbissen in ihrem Vorhaben. Ihre grünen Augen leuchteten verträumt und ihr Gang zeugte von Anmut. Phil legte sich seufzend neben Dersim hin , klemmte seine Hände unter seinen Hinterkopf und schaute auf die verwahrloste Decke. Er dachte sich, wie es wohl wäre, wenn er seinen Körper einfach verlassen könnte, sich von ihm und dieser Welt verabschieden würde. Dieser Welt, die lediglich nahm, niemals etwas zurückgeben würde. Dieser Welt, die Träumer keinen Spielraum, ließ. Ihnen keine Zeit gab zu trauern, keine Zeit gab zu lieben.Ihm das zweifeln lehrte. Ihm lehrte an allem zu zweifeln, woran er je geglaubt hatte.Wenn ich die Skepsis überhand gewinnen lasse, werde ich nichts können.Gott, die Demokratie, die Gerechtigkeit und das Wort Freiheit, welches seit er zurückdenken konnte umstritten war. Der Mensch war seit jeher beschränkt in seinem Handeln. Phil schaute sich um. Eine verwahrlosteste Appartementetage, die ihren Zustand dem Menschen selbst zu verdanken hatte. Jener erbaut sie und jener beschädigte sie auch wieder. Die Willkür des Individuums. In seinem Bestreben, geistliche Freiheit zu erlangen, versuchte es krampfhaft Akzente zu setzen, welche nach Luft rangten und am Ende doch in der tosenden Zahl von Selbstverwirklichung untergingen.
Phil dachte an die ganzen Amerikanerinnen, die vergewaltigt in ihrem erbrochenen lagen, in feuchten Kellern, der Lust der Japaner ausgesetzt, psychisch der Labilität nahe. Phil dachte an die Massenhinrichtungen, die unabhängig von Geschlecht und Alter abgehalten wurden. All jenes zurückzuführen auf die Entscheidung einer Hand voll Zigarren paffender Anzugträger, etliche Männer in einen kapitalistisch veranlagten Krieg zu schicken, deren einziger Nutzen die Instrumentalisierung umschulder Männer war . Männer denen es niemals vergönnt sein wird, eigenständig zu denken, eigenständig zu handeln, eine Frau zu heiraten, sie glücklich zu machen und zu später Stunde mit einem Lächeln auf dem Gesicht dahinzuscheiden. Phil konnte nicht einschlafen. Er konnte nicht zur Ruhe kommen. Albert Camus philosophierte einst zu Nachkriegszeiten über moralisch fragwürdige Szenarien im 2 . Weltkrieg, forderte einen Denkumschwung
von flächendeckendem Ausmaß und umschrieb die "Krise des Menschen" mit Worten wie "Syssiphos Arbeit" und "traumatisierten Geistern". Ob der 4 . Weltkrieg nun territorial oder interessengebunden war, sollte keine Aufmerksamkeit gezollt werden. Phil schaute an der löchrigen, mit etlichen Rissen versehenen Decke vorbei, fesselte seinen Blick auf den kleinen Wagen, der sich im Nachthimmel erkennbar zeigte. Die Geräusche einer MG-Salve störten das ansonsten ungewohnt harmonische Nachtleben. Der Schatten der menschlichen Kultivierung zeigte sich zum ersten Mal mit der Ausrottung der Nashörner, der Elefanten und des Tigers. Er weitete sich, als die Ukraine während des dritten Weltkrieges von den Russen besetzt und innerhalb weniger Tage als russisches Terrain
angesehen wurde. Der Schatten dehnte sich, als Gregor Sybell, 59 Präsident der USA, der erste bekennende Illuminate in der Öffentlichkeit wurde und diese bald darauf alle Ministerkabinette bekleideten. Der Schatten überzog auch die transatlantischen Beziehungen, welche nach dem Ausgang des Erdölvorkommens komplett abbrachen und Mitteleuropa einen Krieg gegen Spanien, Italien und Portugal begann und Nordkorea mit einem Napalm-Angriff intervenierte. Phil erinnerte sich an seine erste Vorlesung in Oxford und ebenfalls an seine sechsundvierzigste, welche durch einen Luftangriff japanischer Bomber zugleich seine letze Erinnerung an ein idyllisches Leben in den Staaten war. Eine plötzliche Stille betonte den feierlich ernsten Moment bis eine gewaltige Luftflotte den Himmel gänzlich abzudecken schien. Phil schaute schlagartig auf, als er die harte Absätze von Lackschuhen auf dem Betonplateau zu hören vermagte. Nun identifizierte er drei männliche Stimmen, die immer klarer und unmissverständlich ausländisch zu sein schienen.
Es waren drei, in Militäruniformen gekleidete Männer, die Gasmasken trugen. Ihre olivgrünen Lederovaralls waren blutgetränkt und rochen förmlich nach Tod. Einer der Männer trat nach vorne und richtete seinen Blaster geradewegs auf Phil. Er schien impulsiv auf etwas zu drängen, was Phil nicht verstehen konnte, da ihm die Sprache selbst unbekannt schien.

Popcorn
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BeitragThema: Re: Das Leid an der Wurzel der Willkür   Mi 2 Jul - 20:39

   
Meine erste Kritik also wird es wohl in der Struktur relativ unübersichtlich Smile
Das meiste sind wirklich Kleinigkeiten da ich das Kapitel sehr gut finde.

Eine echt "schöne" Idee direkt mal den 3. WK übersprungen auch wenn ich hoffe das du darauf nochmal zurück blicken wirst dann hoffentlich auch etwas genauer als in dem ersten Kapitel.
Aber das hast du sehr geschickt gemacht nicht zu viel auf einmal nicht zu wenig was das angeht da bleibt die Spannung erhalten.
Obwohl es vielleicht etwas verteilter hätte sein können mit den Rückblicken auf alte Kriege zum Beispiel hier in dem Kapitel Nur den dritten WK nennen aber wie du es gemacht hast ohne große Einzelheiten und dann vielleicht noch das der 59. Präsident der erste Illuminat war hier hättest du auch relativ leicht, wie du es 5 Zeilen später auch getan hast, abbrechen können und die nächsten Hinweise auf die Vergangenheit später geben können.

Der Ort den du uns vorstellst ist gut gemacht man bekommt ein Bild im Kopf wie es bei einer guten Geschichte sein muss und durch das Szenario wirkt der Ort direkt düster das hast du gut gemacht mich hat nur das " schlecht verputzter Boden" irritiert weil ich da eher an ein Gebäude als an ein Straße denke.
(wusste gar nicht das Straßen verputzt werden)

Noch mal ein logisches Problem das ich dort unten habe. Du sagtest: "Der Schatten des Menschen zeigte sich als erstes bei der Ausrottung von [...]." Und danach spielst du auf die Ausdehnung des Schattens bei Beginn des 3. Weltkriegs an.

Also ich geh mal davon aus das du die derzeitige Kriese in der Ukraine als Anlass für den dritten Weltkrieg nimmst wenn ja dann muss ich sagen das es noch Tiger und Nashörner gibt und sich der Bestand der Elefanten in den letzten Jahren wieder verdoppelt hat falls du auf die derzeitige Kriese anspielst hätte ich einfach geschrieben "...als er beinahe die Elefanten, Nashörner und den Tieger ausgerottet hat. Falls nicht dann passt das.

(Auch wenn ich hoffe und denke das jetzt auch die Bestände von Tiger und Nashörner nicht mehr weiter sinken durch Einsicht des Menschen aber da passt deine Variante gerade schön in die Beschreibung des Jungen)

Des weiteren hätte ich dort nicht "das erste mal zeigte sich der Schatten" genommen sondern etwas das auf den zweiten WK aufgreift den du davor schon genannt hast zum Beispiel "der seit Ende des zweiten Weltkriegs schon fast vergessene Schatten der menschlichen Kultivierung zeigte sich wieder als..."



Dann der nächste Krieg wahrscheinlich wieder ein paar Jahrzehnte später so gegen 2050 wenn das Erdöl weg ist.

Hier verstehe ich nicht ganz wie diese 3 kleinen Armen staaten gegen Atommächte wie England und Frankreich ankommen sollen und ebenso nicht wieso Nordkorea sich da mit so einem Rücksichtslosen und schlimmen Angriff einmische sollte und so eigentlich Gefahr läuft alle 6 Staaten (also Deutschland Frankreich England Italien Portugal und Spanien) auf einmal gegen sich zu haben was ja dann für einen Staat der einer der kleinsten und einer der ärmsten Weltweit ist doch zu viel wäre vor allem weil China sich von ihm abgeschottet hat. Hoffe da auch auf eine gut Erklärung in späteren Kapiteln. Ich würde im Moment auf eine Weltweite Machtverschiebung durch den dritten WK tippen würde ich gut finden.


So jetzt mal von Anfang an durch Dinge die meinen Lesefluss leicht gestört haben wie schon gesagt alles Kleinigkeiten die andere vielleicht anders sehen als ich.
Hegemonie ist mir zu Fachsprachlich musste erstmal nachgooglen was das heißt^^ hier würde ich einfach das normale Wort nehmen macht die Geschichte vielleicht begreiflicher und mindert weder den Ausdruck noch das Sprachniveau.
Der Einstieg und die Charakterbeschreibung sehr kurz das gefällt mir nicht zu viel auf einmal 3-4 Merkmale und das reicht fürs erste und dann die zweite Person mit Sakuras Bruder hier hast du das auch gut gemacht erstmal Wert auf das wichtige gelegt es geht ihm schlecht da interessiert mich wenig welche Haarfarbe er hat.

Der Satz wo Sakura will das der Bruder trinkt hier hätte ich nicht nach dem Komma bitte Dersim gesagt sondern einfach nur Dersim. (Klingt besser finde ich aber wirklich unwichtig^^)

"Eine weitere Person trat vom Müllcontainer weg" Welche Müllcontainer klang halt so als ob man die kennen hier hätte finde ich besser gepasst hätte hier "Nachdem Dersim sich wieder hingelegt hat kam eine dritte Person von den umstehenden Müllcontainern zu den beiden zurück."

Der nächste Satz: "Eine unscheinbare Gestalt von zierlicher Statur und abgemargertem Gesicht drückte eine weiße Plastiktüte an seine Brust."
Ein kleiner Fehler eigentlich "... und mit abgemagertem Gesicht..."
Aber wieder von der Menge an Informationen von der neuen Person perfekt abgestimmt weder zu viel noch zu wenig.

Der Satz den Phil dann antwortet so redet man doch nicht zumindest nicht ohne Befehlsstruktur also sehr kurzer Satz.
Vielleicht eher "Ja hab ich eine ungeöffnete Dose Erbsen eine leere Keksdose und Obst hier aber jemand schneller als wir das ist schon angefressen." so etwas mehr die Person sagen lassen das macht das Gespräch realer gerade im Krieg wo man wahrscheinlich nicht oft was zu sagen hat wird man sich denke ich nicht nur auf das nötigste beschränken.
Das selbe noch im nächsten Satz Ohne was dazwischen fragt er wie geht es Dersim hier hättest du noch einen kleinen Dialog einbauen können der auf den erfreulichen Nachrichten aufbaut.

Eine Dose Mineralwasser? Weiß jetzt nicht ganz was du dir darunter vorstellst eine Kleinigkeit Very Happy(hätte auch hier eher Flasche genommen weil es gebräuchlicher ist)

Gute Handlungsbeschreibung zum Beispiel bei dem trinken.

Dann das o Sakura An der Öffnung kauert hier hätte ich die Erklärung von der Öffnung weggelassen das kann man sich selber denken und einfach geschrieben Sakura kauert an einem der vielen Löcher an der Wand, Aufmerksam lauschte sie....

Die nächsten Personenbeschreibungen waren auch in Ordnung.

Der Gedankengang von Phil hat mir sehr gut gefallen und das war auch schön geschrieben und auch cool das du da etwas Wissen zu Philosophen vom 2. WK eingebracht hast.

Auch das mit den paffenden Anzugträgern fand ich super nur umschulder Männer meintest du damit unschuldiger Männer?

Das mit den Leiden des Krieges fand ich auch schön.

Nur etwas zu oft jener hast du verwendet. Jener erbaut sie und jener beschädigte sie auch wieder
"Der Mensch welcher sie erbaut hat und der Mensch der sie nun wieder zerstört" einfach um durch die Wiederholung von Mensch seine schwächen zu betonen.

"Dieser Welt, die Träumer keinen Spielraum, ließ. Ihnen keine Zeit gab zu trauern, keine Zeit gab zu lieben.Ihm das zweifeln lehrte. Ihm lehrte an allem zu zweifeln, woran er je geglaubt hatte.Wenn ich die Skepsis überhand gewinnen lasse, werde ich nichts können.Gott, die Demokratie, die Gerechtigkeit und das Wort Freiheit, welches seit er zurückdenken konnte umstritten war."

hier einfach auf Ihnen oder ihm einigen beides passt nicht. "Die einem Träumer keinen Spielraum ließ. Ihm keine Zeit zu trauern, keine Zeit zu lieben gab. Und dann nur einmal gab.

Der Einschub dann "Wenn ich die Skepsis überhand gewinnen lasse werde ich nichts können." Passt glaube ich nicht rein da das die Perspektive aus der Ich-Form währe und du ja als Er-Erzähler schlecht in die Ich-Form wechseln kannst.
Also glaube einfach "Wenn er (also der Träumer) die Skepsis überhand gewinnen lässt wird er nichts können.

"MG-Salve" passt nicht in den Rest vom Text hier passt das ausgeschrieben besser rein.

"Phil schaute schlagartig auf, als er die harte Absätze von Lackschuhen auf dem Betonplateau zu hören vermagte."
Einfach hörte statt hören vermagte klingt besser finde ich.

"da ihm die Sprache selbst unbekannt schien." Statt schien hätte ich war genommen er muss ja wissen ob sie ihm bekannt ist oder nicht.

Aber die erste Beschreibung von den Soldaten finde ich wieder super gemacht.

Also sehr gute Geschichte gute Idee und bis auf Kleinigkeiten keine Fehler die mir aufgefallen sind.
Sorry das ich so kleinlich war hab nicht auf die Zeit geschaut und hatte gerade nicht viel zu tun.

Eustass Captain Kid
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BeitragThema: Re: Das Leid an der Wurzel der Willkür   Fr 4 Jul - 17:45

   
*Popcorn, ich bedanke mich für dein sehr aufwendiges Kommentar. Ich kann dir gar nicht sagen, wie erfreut ich war, als ich solch eine grosse Rezensionen las. Zu deinen Fragen: Neben einigen Formulierungen, die halt Ansichtssache sind sollte man gegenwärtige Trends in Der Arten Ausprägung nicht mit einem möglichen Zustand im Jahr 2073 vergleichen, da es saisonale Schwankungen sind die von illegalen Wildereien und Verschiffung abhängig sind.
Nordkorea ist keinesfalls ein ungefährlicher Staat. Wohl eherein seit jeher durch und durch Militärstaat, der über Nuklearwaffen und eine hiesige Armee und Waffentechnologie verfügt. Ferner sagte ich auch nicht über den Erfolg des Anschlags. Hegemonie heißt Weltmachtstellung und ist ein etablierter Ausdruck in der Politik. Zu Nordkorea selbst werde ich am Samstagabend im neuen Kapitel interessantes ergänzen und die Bündnisse in ihrer Balance erklären.

Nochmal^^, ich war wirklich erfreut über dein Interesse, da ich solch pikante und umstrittene Themen echt mag und mir dein Kommentar einen zusätzlichen Anreiz biete, über dieses Thema zu schreiben. Danke nochmals. ^^

Popcorn
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BeitragThema: Re: Das Leid an der Wurzel der Willkür   Fr 4 Jul - 18:03

   
Gerne ich mag solche Themen lese da auch gerne Romane zu sowas lese auch allgemein gerne.

Und dein Text hat mich sehr an den schreibstil von einem sehr guten Buch erinnert war schön zu lesen.

Naja ansonsten zu nordkorea ich meine sie sind ein militärstaat aber gegen 2 großmilitärische wie England und Frankreich weiß ich nicht ob das sein kann (mit china im rücken wär das was anderes) aber egal bleibt beim Autor ^^.

Hoffe du schreibst weiter Smile

Eustass Captain Kid
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BeitragThema: Re: Das Leid an der Wurzel der Willkür   Sa 5 Jul - 22:56

   
Kapitel 2 - Humanität und Moral, die Opfergaben an den Kapitalismus


Phil sah dem Lauf des Blastergewehrs entgegen, dessen Ende zwischen seine Augen drückte. Er wusste, dass dies sein Ende war und eben jener Moment, in dem sein persönliches, finales Kapitel beendet sein würde. Man würde sich vermutlich nicht an ihn erinnern,seine Verschriftlichungen lesen, für die er vor Kriegsbeginn mühsam einen Verlag der Publikation wegen, umstimmen konnte. 1089 Seiten, welche ein Jahrzehnt an persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen, beansprucht hatten und nun höchstwahrscheinlich durch einen einzigen Luftangriff ihr Ende gefunden. Er spürte seine heißen Tränen, die seine Wange hinunterglitten und seinen pochenden Schädel, welcher ihm den klaren Verstand raubte. Der Mann mit dem Gewehr machte plötzlich eine ruckartige Bewegung, in der er Phil, mit dem Ende des Gewehrs an der Schläfe traf, wobei dieser ruckartig umfiel und mit dem Kopf auf dem Betonplateau aufkam.
Aus seinem Blickwinkel, der immer trüber wurde, konnte er seine Schwester sehen, welche gerade mitgenommen wurde. Sie schien bewusslos zu sein und blutete an der Stirn. Phil machte die Augen zu. Sein Bewusstsein trieb von der Realität weg und nur einmal versuchte er an seinen letzten Urlaub 2068 in Teheran zu denken, aus dem relativ schell ein freiwilliges Jahr an der dortigen Universität wurde. Es war unlängst sein Traum gewesen, im fernen Osten zu Philosophie zu lehren, wenngleich er selbst noch im Studium war. Trotzdem durfte er gelegentlich eine Vorlesung halten, was sich gerade in einem Krisengebiet, wie der Iran es war, als besondere Herausforderung herausstellte. Jenes Intermezzo war für Phil eine Stakkato an prägnanten Erfahrungen.
Besonders einen Tag konnte und wollte Phil niemals vergessen. Ein junger Iraner besuchte die Universität in seinem ersten Semester. Es wurde gerade über die Isis-Gruppierung diskutiert, die es im Jahr 2037 schafften, die Regierung zu stürzen und mit eigenen Mittelsmännern die Ministerkabinette des Iran zu bekleiden. Und das lediglich knapp 20 Jahre nach der Anexierung des Irak. Ein grenzüberschreitender  Gottesstaat wurde damals propagiert, artete letzendlich doch in einen blutigen Bürgerkrieg aus, in denen Völkermord und Verletzung der Menschenrechte in, den Haag, dem Weltgerichtshof  eine Intervention gutheißen sollten. Doch Isis schaffte mit der Besetzung von weiteren Millionenstädten eine Grundlage, die einer flächendeckenden Geiselnahme gleichkam. Die Ideologie der Isis-Gruppierung war schon längst nicht mehr kompatibel mit den Lehren des Islams und nun scheinte es als unergründet, weshalb sich immer mehr Menschen jener Terroristen anschlossen. Der junge Student hob an besagtem Tag den Arm und wurde von Phil drangenommen. Er fing an zu sprechen, zitierte einige Verse aus dem Koran, um seine Argumentation zu belegen, redete über den Krieg und dessen Auswirkungen. Er sagte, dass der Mensch immer unzufrieden sein wird und eben diese Unzufriedenheit ihren Zuhörer in Kriegen finden wird, welche am Ende auch nur ein neues Geschäftsmodell von Großaktionären und Baumogulen sein werden. Er erzählte, dass er aus einer verarmten Bankerfamilie stammt und lediglich leben wollte. Ganz genau, er stellte klar, dass er einfach nur leben wollte, nicht die Kriege irgendwelcher Schachspieler bestreiten wollte. Er wollte in einem Raum mit
Strom, Wasser und Nahrung leben, wollte seiner Verlobten Sicherheit bieten.  Rohstoff- und Glaubenskriege waren nicht seine Welt. Denn letzlich würde sich keiner an ihn erinnern. Wenn es nach dem Willen des Individuums gehen würde ständen auf einem Feld voller Landminen, würde auf diesem entlangtrapen, voller Ungewissheit auf ein mögliches Ableben. Phil wollte auch nur leben, aber es schien ihm nie vergönnt gewesen zu sein.
Er öffnete nun so langsam seine Augen. Verschwommen vernahm er grelle Sonnenstrahlen und das  gütige zwitschern der Vögel.
Er blickte um sich: Sein Bruder saß aufrecht an der Mauer lehnend und schaute ihn mit seinem abgemagerten Gesicht an. Es brach ihm das Herz, seinen Bruder derart leiden zu sehen. Phil half ihm hoch und stütze ihn sogleich mit seinem linken Arm. Zusammen verließen sie die Appartementruine, wobei Phil in Gedanken an Sakura die Übelkeit überkam. Eine junge Frau in den Fängen der Japaner.  Er wollte nicht daran denken, was für Grausamkeiten sie ausgesetzt sein würde. Alles war zurückzuführen auf das
Weltgipfeltreffen 2046, an dem eher die USA für ihre neuen Hightech - Drohnen warb, als die Isis-Gruppierung an den Pranger zu stellen, den Irak und dem Iran mit Bodentruppen auszuhelfen. 2003 konnten sie einfach so im Irak einmarschieren mit der Begründung, diese über eine Massenvernichtungswaffe verfügt, was gegen Ende des Krieges als großes "Missverständnis" erklärt wurde. Das beauftragen von externen Söldnertruppen aus Sicherheitsfirmen, die anstelle ihrer eigentlichen Berufung, ein Massaker veranstalten und willkürlich irakische Zivilisten, ja sogar Kinder töten und an einem Krieg unverfälscht 139 Milliarden US-Dollar einnahmen. Das ist Kapitalismus ist seiner, für die Masse lange Zeit unbedacht gebliebene Schattenseite.
Könnte man den damals Neunjährigen, dessen Gehirn seinem Vater vor die Füße fiel, als der die Wagentüre öffnete, um zu sehen, wie es um seinen Sohn steht, wieder zum Leben erwecken, so müsste man dem heute 16-Jährigen berichten, dass kein kleiner Teil seines Landes neuerdings zum Kalifat erklärt wurde. Der Junge, der, wie sein Vater erzählt, begeistert von den USA und ihren Soldaten war, würde staunen darüber, was aus der von ihm freudig aufgenommenen Befreiung des Irak geworden ist.
Phil hielt sich seine rechte Handfläche vor de Augen und fing an zu schluchzen.
Er konnte und wollte sich nicht ausmalen, was nun mit seiner Schwester geschehen würde. Ihm wurde allmählich schwindelig und er fiel auf die Knie. Seit knapp zwei Tagen hatte er nun schon nicht gegessen. Dabei hatte er solch einen Hunger.
Phil schloss die Augen, dachte an einen Wasserfall, strahlend helle Wiesen und einen wolkenlosen Himmel. An die heißen Sonnenstrahlen des Hochsommers zuhause in Utah, wo er aufgrund seines Studiums nur noch in den Ferien und Thanksgiving gewesen war. Wie gerne hätte er ein letztes Mal seinen Vater gesehen. Ihn angebettelt, getadelt zu werden, eines besseren Belehrt zu werden. Der übereifrigen Fürsorge seiner Mutter erliegen. Phil fühlte sich immer leichter, befand sich geistig in einer anderen Dimension jenseits von Leid und Willkür. Plötzlich fühlte er etwas raues, altes an seiner Stirn. "Ja, der hier lebt noch!" Hörte er eine ältere Stimme rufen. Phil spürte wie er emporgehoben wurde. "Schneller! Der hat nicht mehr lange und den Kleinen hier auch in den Wagen!" Phil wusste nicht warum, aber urplötzlich kam ein Vertrautes Gefühl in ihm auf. Er hatte nun das Gefühl sicher zu sein. In der Tat ein ungewohntes Gefühl.
Es gefiel ihm.



Zuletzt von FireFistAce62 am So 6 Jul - 12:49 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Das Leid an der Wurzel der Willkür   So 6 Jul - 12:09

   
Wie angekündigt habe ich nun wieder mehr Zeit zum Lesen und erfreue mich natürlich an deinem neusten Werk. Setting, wie auch Thema gefallen mir sehr gut und in den Texten lebst du deine Stärke voll aus, nämlich die Gedanken von Phil zu nutzen um die Geschichte zu schreiben.

Popcorn hat ja bereits sehr ausführlich und detailliert sich mit dem ersten Kapitel auseinandergesetzt und dem habe ich nicht viel hinzuzufügen. Was den Punkt bezüglich des Eingreifens Nordkoreas angeht, war ich ebenfalls stutzig, aber man muss schließlich bedenken, wir leben in einer sich immer schneller wandelnden Welt und gerade hier können sich Verhältnisse sehr schnell ändern. Ich nehme an im Verlauf der Geschichte werden solche Ereignisse auch klarer werden. In dem Sinne will ich dies auch gar nicht mehr großartig diskutieren. Die Illuminati Sache, da musste ich schmunzeln.^^

Kapitel 2 war schon etwas weniger ausbalanciert und kam mir etwas wie ein Rückschritt vor. Im vorangegangenen Kapitel hatte man immer diesen ausgewogenen Kontrast von der Vergangenheit und dem was um Phil herum geschah. Bei diesem Kapitel ist es aber nicht mehr der Fall und man befindet sich beinahe gänzlich in Phil's Gedanken zu vergangenem. Achte darauf, dass du dich nicht darin verlierst bzw. daran aufhängst, denn beim Lesen, so schien es mir, tendierst du dahin. Des Weiteren ist dies ja auch überhaupt eine große Gefahr bei einer solchen Geschichte, weil man sich ja dabei mit Themen unserer Zeit auseinandersetzt und gerne mal sich emotional festhängt.

"Wenn es nach dem Willen des Individuums gehen würde ständen auf einem voller Landminen, würde auf diesem entlang traben, voller Ungewissheit auf mögliches Ableben." Bei diesem Satz musst du irgendetwas versehentlich gelöscht haben oder bereits mit einem anderen Gedankengang beschäftigt gewesen sein, der Satz ergibt nämlich so keinen Sinn.

"Phil wollte auch nur leben, aber es schien ihm nie vergönnt gewesen zu sein." Hier verstehe ich Phil nicht, beziehungsweise ist er vielleicht auch nur etwas zu pessimistisch, immerhin beschreibt er ja selbst, dass er studiert hat, sich scheinbar Urlaub leisten konnte und wie er es immer wollte einige Vorlesungen im Teheran halten konnte.

"...und nun scheinte es als unergründet, weshalb sich immer mehr Menschen jener Terroristen anschlossen." Wundert mich, dass du nicht "schien" geschrieben hast und "Menschen jenen Terroristen" ansonsten hätten sie sich ja bereits angeschlossen.

"Der junge Student hob an besagtem Tag den Arm und wurde von Phil drangenommen. Er fing an zu sprechen, zitierte einige Verse aus dem Koran, um seine Argumentation zu belegen, redete über den Krieg und dessen Auswirkungen." Seine Aussage ist ja das eigentlich wichtige und lässt diese beiden Sätze unnötig erscheinen. Überhaupt wirkt dieser Part deplatziert, besser wäre gewesen du hättest zuerst die Isis Problematik geschildert, dann Phils Ausflug in den Teheran verbunden mit Vorlesungen und den Studenten miteinbezogen. So wirkt das ganze etwas auseinander gezogen.

"Das ist Kapitalismus ist seiner, für die Masse lange Zeit unbedacht gebliebene Schattenseite." Hier nochmal so ein unschöner, unfertiger Satz. Hier wäre vielleicht so etwas besser: Das ist die Schattenseite des Kapitalismus, von der breiten Masse lange Zeit ignoriert.

"Phil wusste nicht warum, aber urplötzlich kam ein Vertrautes Gefühl in ihm auf. Er hatte nun das Gefühl sicher zu sein. In der Tat ein ungewohntes Gefühl. " Sehr unschön, weil man drei mal in Folge Gefühl liest. Hätte ich eher so formuliert: Phil wusste nicht warum, aber urplötzlich kam in ihm ein vertrautes wie auch ungewohntes Gefühl der Sicherheit auf.

Bis auf die von mir erwähnten Macken, gefällt mir die Geschichte aber auch weiterhin gut. Ich bin wirklich gespannt, welche Ereignisse du noch mit Phil thematisieren wirst und bitte vernachlässige dabei nicht auch die Gegenwärtige Story. Wink



 

Schnellantwort auf: Das Leid an der Wurzel der Willkür

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